Deutschland: Kurden wegen Besetzung von israelischem Konsulat vor Gericht

2. November 2001, 11:20
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Neuauflage des Prozesses in Berlin

Berlin - In Berlin hat am Freitag die Neuauflage des Prozesses um die gewaltsame Erstürmung und Besetzung des israelischen Generalkonsulats im Februar 1999 begonnen. Vier Kurden im Alter von heute 18 bis 22 Jahren müssen sich wegen schweren Landfriedensbruchs und Freiheitsberaubung verantworten. Nach Angaben eines Verteidigers wollen sie jede Auskunft verweigern. Bei der Aktion, zu der es in Folge der Entführung und Festnahme von PKK-Chef Abdullah Öcalan gekommen war, wurden vier Kurden von israelischen Sicherheitsbeamten erschossen.

Ein erster Prozess gegen die Kurden vor zwei Jahren war geplatzt, weil die Verteidigung die Vernehmung zahlreicher Zeugen beantragt hatte, die dann nicht aussagen wollten. Nach Auskunft eines Justizsprechers wird die Vernehmung der israelischen Schützen und Konsulatsangestellten vermutlich erneut scheitern. Die deutschen Behörden gehen davon aus, dass diese Immunität genießen. Verurteilt wurde im ersten Prozess nur ein einziger Kurde. Der 19-Jährige musste gemeinnützige Arbeit leisten. (APA/dpa)

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