Shell-Ergebnis fällt mit dem Ölpreis

1. November 2001, 20:01
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Nettogewinn sank im dritten Quartal um 17 Prozent

London - Der britisch-niederländische Energiekonzern Royal Dutch/Shell hat zum ersten Mal seit dem Ölpreisanstieg 1999 einen im Jahresvergleich gesunkenen Quartalsgewinn ausgewiesen. Der bereinigte Nettogewinn sei angesichts nachgebender Energiepreise und geringerer Gewinnmargen im Raffineriegeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 17 Prozent auf 2,69 Mrd. Dollar (2,97 Mrd. Euro/40,8 Mrd. S) gefallen, teilte Shell am Donnerstag mit.

Erwartungen getroffen

Das Ergebnis traf aber die Erwartungen der Analysten, die mit einem Überschuss von 2,55 bis 3,04 Mrd. Dollar gerechnet hatten. Mit einem Rückgang von 23 Prozent war der Quartalsgewinn beim Branchenführers Exxon Mobil zuletzt stärker gesunken. Royal Dutch/Shell-Aktien gaben in London und Amsterdam nach.

Positiv sei zu verzeichnen gewesen, dass sich die in den vergangenen Jahren gesteigerte Effizienz nun auch in den Gewinnen bemerkbar mache. Wichtigen Einfluss habe überdies der Ölpreis gehabt, hieß es. Zwar waren die Ölpreise zuletzt von ihren Höchstständen gesunken, sie notierten aber im Quartal dennoch deutlich über den zehnjährigen Durchschnittswerten. Im abgelaufenen Quartal lag der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent im Schnitt bei 25 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Ausblick sei aber unsicher, da der Preis nun bei knapp über 20 Dollar je Barrel liege, teilte Shell mit.

Experten sind sich unsicher

In diesem Umfeld bekommt für Investoren nach Experteneinschätzung das Produktionswachstum mehr Gewicht. Shell habe im dritten Quartal zwar mit fünf Prozent Wachstum relativ stark zugelegt, aber ein Zuwachs von 21 Prozent bei der Gasmenge habe einem dreiprozentigen Produktionsrückgang beim Öl gegenübergestanden. "Im Licht des aktuellen Handelsumfeldes und der fortwährenden Unsicherheit der Weltkonjunktur glauben wir, dass die Zahlen sehr ermutigend sind", sagte Shell-Chairman Philip Watts. Im September hatte Shell für die kommenden Jahre seine Wachstumsprognose für die Öl- und Gasproduktion auf jährlich drei von zuvor fünf Prozent zurückgeschraubt.

Die Royal-Dutch-Aktie gaben in einem schwächeren Markt in Amsterdam bis zum Mittag rund 0,88 Prozent auf 56 Euro nach. Shell-Aktien tendierten in London rund 0,78 Prozent tiefer bei 511 Pence. (APA/Reuters)

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