Konsortium Parkplatz für Telekom Austria

2. November 2001, 11:51
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Treuhandlösung für die Anteile der ÖIAG

Wien - Ein Finanzkonsortium aus nationalen und internationalen Instituten könnte die 47,8 Prozent der ÖIAG an der Telekom Austria treuhändisch übernehmen. Damit wäre die Basis geschaffen, die Mehrheit des Unternehmens an einen neuen Investor abzugeben. Wie berichtet hat der Präsident der Telekom Italia (TI), Marco Tronchetti Provera, am Dienstag mitgeteilt, dass die TI ihr Aktienpaket von 29,8 Prozent verkaufen will. Die TI ist über ihre Mobilfunktochter TIM an der TA-Tochter Mobilkom mit einer Sperrminorität beteiligt. Über deren möglichen Verkauf schwieg der TI-Präsident. Insider erwarten eher, dass die Italiener eher an einer mehrheitlichen Übernahme interessiert sind, was die Beteiligung eines strategischen Investors an der Mutter TA allerdings erschweren würde.

Aber ein strategischer Investor, so meinen Experten, dürfte gegenwärtig ohnehin kaum zu finden sein, da die Telekomgesellschaften nach dem Erwerb teurer UMTS-Lizenzen und des kostspieligen Aufbaus der Netze schwer verschuldet sind.

Finanzinvestoren

Für wahrscheinlicher halten Analysten das Engagement von Finanzinvestoren, die über österreichische Vertrauensleute wie die Industriellen Hannes Androsch und Hans Peter Haselsteiner Einfluss auf die Zusammensetzung eines neuen Vorstands und Aufsichtsrats nach dem Ausstieg der gegenwärtigen Großaktionäre ÖIAG und TI nehmen und dadurch österreichischen Einfluss sicherstellen.

Für die Übernahme des über 70 Milliarden Schilling teuren Gesamtpakets kommen praktisch nur internationale Fonds infrage. Der ÖIAG-Anteil könnte aber bei heimischen Banken und Industriellen zwischengeparkt werden, die dann mit Interessenten verhandeln.

Raiffeisen bereit

Raiffeisen wäre nach Angaben von Spitzenbankern aus dem Sektor bereit, da mitzufinanzieren, wenn man an die Banken herantrete, hieß es am Mittwoch. Keinesfalls komme eine operative Beteiligung der Kreditinstitute selbst infrage.

In der BAWAG hieß es, derartige Zwischenfinanzierungen müsste man sich ansehen. Die Bank Austria verwies drauf, dass Finanzierungen zum Bankgeschäft gehörten, "was wir sicher nicht wollen, ist, über eine Finanzierung in eine Eigentümerrolle zu kommen". (APA)

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