Mission impossible?

7. Oktober 2003, 19:31
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Liegt das Potential für die Vermarktung von Kultur im Online-Bereich - Diskussion am Österreich-Stand

Können digitalisierte öffentliche Inhalte marktfähige Produkte werden? Dazu diskutierten am Österreich-Stand auf Einladung von multimedia business austria zwei Experten mit sehr verschiedenen Hintergründen: Rainer Lenzing, Verlagsleiter von KOCH Media, die sich seit 1994 erfolgreich dem Vertieb für CD-ROMs, Bücher und interaktiven Medien widmet, und Dr. Hans Petschar, stellvertretender Leiter des Bilarchivs der Österreichischen Nationalbibliothek.

Auf der Suche nach dem "sinnvollen Produkt"

In der Antwort waren sich die beiden Diskutanten überraschenderweise gar nicht so uneinig. Das größte Potential für hochwertigen Content aus Kunst und Kultur läge, so die beiden unisono, im Online-Bereich. Auch in der Problemanalyse waren Petschar und Lenzing sich einig. Der ÖNB-Bildarchivar dazu in den Worten eines US-Kollegen: "Wir probieren es seit zehn Jahren, und immer noch hat keiner ein sinnvolles Produkt gefunden."

Zielgruppe Forschung- und Bildung

Verlagsleiter Lenzing sieht das Problem ähnlich: "Die Vermarktung kultureller Inhalte ist da, wo wir uns bewegen, nämlich im Infotainment- und Edutainment-Bereich, so gut wie unmöglich." Zielgruppe wäre vielmehr der Forschungs- und Bildungsbereich, so Lenzing weiter, und da sei es schwierig, Vertriebskanäle aufzutun.

Wozu CD-ROMS, wenn es homepages gibt?

Die Lösung sei vielmehr der Online-Bereich. Nicht nur weil die Offline-Medien wie CD-ROMs etwa ohnehin zurückgehen, sondern weil sich in Zukunft mit verbesserten Technologien auch im wireless-Bereich ganz neue Möglichkeiten auftäten. "Warum nicht Kultur per SMS oder Handheld?" so Lenzing. "Keine Frage", sagt dazu auch Hans Petschar, "wir haben von einer CD-ROM, die in millionenteurer Produktion entstand gerade mal einige tausend Stück verkauft, während wir täglich an die 12.000 Zugriffe auf unsere Homepage verzeichnen." (red)

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