US-Angriffe: Männersache - von Daniel Glattauer

20. Jänner 2002, 21:49
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Wir (Männer) sind uns einig...

Wir (Männer) scheinen uns tatsächlich einig zu sein, dass das eine notwendige Woche für die Menschheit war, für die zivilisierte. Nicht einmal der Falter widerspricht.

Uns (Männer) beruhigt die soziale Treffsicherheit, die die US-Luftwaffe an den Tag zu legen bemüht war. - Bomben für die Terroristen, Nahrung für das afghanische Volk. Hoffentlich wurden keine Flüchtlinge von Hilfspaketen erschlagen.

Wir (Männer) sind "dafür". Nennt uns also bitte nie, nie wieder Antiamerikaner! Wir sind vom selben Schlag: für den Gegenschlag. Eine in die Gosch'n - eine festere zurück. Nicht nur aus Vergeltung. Auch aus reiner Vernunft. Und natürlich für den Frieden. (Später einmal.)

Wir (Männer) wissen: Mit religiösen Fanatikern kann man nicht verhandeln. Die verstehen eben nur die eine Sprache, die Männersprache: eine in die Gosch'n - eine festere zurück.

Die Frauen in der Öffentlichkeit sind derzeit - mit wenigen Ausnahmen - auffallend still. Mit Krieg haben Frauen nichts am Hut, weiß Religionswissenschafter Adolf Holl. Er setzt auf weibliche Ruhe, auf "ein gelegentliches skeptisches, spöttisches Lachen". - Traurig, aber darin erschöpft sich offenbar ihr Einfluss. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 11.10.2001)

11.10.2001
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