Iren haben mit dem Euro kein Problem

27. September 2001, 10:00
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Aber der Pint darf nicht angerührt werden

Dublin - Die Iren haben nichts gegen die Umstellung vom Pfund auf den Euro - aber ihre traditionelle Maßeinheit Pint wollen sie dabei nicht aufgeben. Das musste die irische Großmolkerei Glanbia erfahren, die mit der neuen Währung auch neue Packungsgrößen einführen wollte. Nun gab das Unternehmen den Plan auf, mit der Abrechnung in Euro die morgendliche Milch in Halbliter-Kartons anstelle der üblichen Glasflaschen zu einem Pint (0,57 Liter) zu liefern.

Die Ankündigung hatte eine Welle von Protesten bei Kunden, Regierung und Verbraucherschützern in Irland ausgelöst. Glanbia musste sich gegen den Verdacht wehren, die Firma nutze den Euro-Start zu einer verdeckten Preiserhöhung. Dies sei "nicht gerade elegant", sagte eine Regierungsbeamtin im Rundfunk. Ein Glanbia-Sprecher beteuerte, sein Unternehmen habe die doppelte Umstellung nicht zu einer Preiserhöhung nutzen wollen. "Der Brief, den wir den Kunden geschickt haben, war nicht eindeutig", räumte er ebenfalls ein. (APA)

  • "Wir wollen unser Pint behalten" meint dieser Ire in Co. Galway
    foto:euetrs/mcrerlane

    "Wir wollen unser Pint behalten" meint dieser Ire in Co. Galway

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