US-Sondereinheiten könnten in Afghanistan Jagd auf bin Laden machen

25. September 2001, 12:29
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Amerikanische Elitetruppen kamen bereits rund um den Globus zum Einsatz

Washington - Im Schutz der Dunkelheit landen die "Special Forces" mit ihren Fallschirmen tief im feindlichen Gebiet. Mit nur leichtem Marschgepäck kommen sie rasch voran. Die Feindberührung haben sie lange und strikt abgeschirmt von der Außenwelt trainiert. Sie sind im Nacht- und im Nahkampf ausgebildet und haben es gelernt, ein von Terroristen besetztes Haus zu stürmen. Bei der Militäroperation gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September werden die Spezialeinheiten der US-Armee vermutlich eine Schlüsselrolle spielen.

Die Sonderkommandos sind am ehesten in der Lage, auf einem schwierigen Terrain wie Afghanistan den Moslemextremisten Osama bin Laden aufzuspüren. Die "Special Forces" könnten aber auch den Weg für eine massive Invasion des Landes bereiten, indem sie als Vorauskommandos sichere Landeplätze auskundschaften. Ferner könnten sie dafür eingesetzt werden, die gegen die herrschenden Taliban operierenden Rebellen im Norden Afghanistans mit modernen Waffen zu versorgen und auszubilden.

Die Spezialeinheiten der US-Armee umfassen insgesamt rund 46.000 Soldaten. Knapp 30.000 davon sind im aktiven Militärdienst, der Rest Reservisten. Das Oberkommando über die "Special Forces" ist auf der Luftwaffenbasis MacDill in Tampa im Bundesstaat Florida angesiedelt. Die Elitesoldaten absolvieren eine extrem harte Ausbildung. Fast die Hälfte der Rekruten wird während der Ausbildung ausgesiebt. Zu den wichtigsten Spezialtruppen gehören das 75. Ranger-Regiment, die Green Berets, die SEALs der Marine, die Night Stalkers (Nachtjäger) der Luftwaffe und die legendenumwobene Delta Force.

Das 75. RANGER-REGIMENT umfaßt rund 2.000 Mann. Diese Infanteriekommandos sind leicht bewaffnet und rasch beweglich. Die Rangers könnten etwa dazu eingesetzt werden, eine Landepiste in Afghanistan zu erobern, damit größere Truppen eingeflogen werden könnten. Die Ranger-Kommandos waren unter anderem schon in Grenada, Panama und Somalia im Einsatz.

Die GREEN BERETS bestehen aus etwa 5.000 Mann. Sie sind auf Anti-Terror-Einsätze und geheime Aufklärungsmissionen sowie die Ausbildung verbündeter Kämpfer spezialisiert. Dafür erhalten die Green Berets Unterricht in fremden Sprachen und Kulturen. Die "Grünen Mützen" wurden durch ihren Einsatz im Vietnam-Krieg bekannt.

Die SEALs umfassen 2.200 Mann. Der Name steht für "Sea, Air and Land Teams" - diese Kommandos sind also zu See, in der Luft und zu Land einsetzbar. Die SEALs sind speziell für den Einsatz nahe am Wasser trainiert, weshalb sie in Afghanistan voraussichtlich keine größere Rolle spielen dürften.

Die NIGHT STALKERS - offizieller Name: 160. Luftwaffenregiment für Spezialoperationen - bestehen aus 8.800 Soldaten. Sie fliegen speziell ausgerüstete Hubschrauber, mit denen sie Landetruppen weit hinter die feindlichen Linien transportieren könnten. Die "Nachtjäger" verfügen über mehrere Typen von Kampfhubschraubern und sind besonders für den Kampf von der Luft aus ausgebildet.

Die DELTA FORCE trainiert und operiert unter totaler Geheimhaltung und ist damit wie keine andere US-Elitetruppe von Legenden umrankt. Die Delta soll aus etwa 2.000 Soldaten bestehen, die unter anderem auf Geiselbefreiung spezialisiert sind. Ein Debakel erlebte die Delta Force 1980 im Iran, als die Befreiung von US-Geiseln wegen eines defekten Hubschraubers fehlschlug. Danach kam die Geheimtruppe unter anderem bei der Festnahme des panamesischen Machthabers Manuel Noriega und im Golfkrieg zum Einsatz. (APA)

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