Notfallswohnungen nach fünf Jahren

7. September 2001, 13:06
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FP kritisiert, dass Familien zusammenleben

Wien - Not hat keine Nationalität. Auch in Wohnfragen nicht. Dennoch hinkte die im September 2000 von Bürgermeister Häupl verkündete Öffnung von Gemeindewohnungen für Nichtösterreicher in Notlagen: Nur wer acht Jahre legal in Österreich lebte, bekam die Chance auf eine "Notfallswohnung".

Donnerstag wurde dieser Passus nun repariert: In einem gemeinsamen Antrag von SPÖ, ÖVP und Grünen im Wohnausschuss wurde die Mindestaufenthaltsdauer auf fünf Jahre reduziert. Schließlich beträgt für Nichtösterreicher auch die Mindestaufenthaltsdauer, um Anspruch auf Allgemeine Wohnbeihilfe zu erlangen, fünf Jahre.

So wenig überraschend wie die Kommentare von SPÖ, ÖVP und Grünen war auch die Reaktion der FPÖ. Während drei Parteien stolz sind und sich die Verkürzung jeweils auf die eigene Fahne heften, sieht FP-Obmann Hilmar Kabas darin den "SP-Startschuss" zur "kompletten Öffnung der Gemeindebauten für Ausländer". Schon jetzt, so Kabas, kämen viele Neoösterreicher in Gemeindebauten. Was Kabas stört: "In vielen Fällen ziehen mit einem Eingebürgerten auch die nicht eingebürgerten Familienmitglieder ein."

Seit Jahresbeginn wurden in Wien 1500 Wohnnotfälle bearbeitet. 800 Familien wohnen bereits in Notfallswohnungen. Insgesamt stehen 2000 bereit. Für In- und Ausländer. (rott)

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