Weiter Diskussion um Hakoah-Wunschprojekt

6. September 2001, 19:24
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Erste Pläne für Sportanlage der Kultusgemeinde "bis Herbst"

Wien - In drei Jahren schon könnte die neue Hakoah-Sportanlage im Augarten eröffnet werden, hofft Paul Haber, Präsident des traditionsreichen jüdischen Sportvereins. Dann würden, "wenn alles gut geht", eine große Halle, ein Fitnesscenter, Tischtennis- und Squasheinrichtungen, Sauna und Restaurant zur Verfügung stehen - allen Wienern, weil "das Zentrum sich selber erhalten muss. Das haben wir mit Wien so vereinbart."

Der Restitutionsbeauftragte der Stadt, Kurt Scholz, rechnet, dass noch "in diesem Herbst ein verhandlungsfähiges Projekt" von den Beteiligten abgesegnet wird. Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde existiert ein Wunschprojekt, dass vor allem unterirdisch im Augarten, gleich neben der jüdischen Schule in der Castellezgasse, realisiert werden soll. Anrainer befürchten aber, dass mit dem Bau im teilweise denkmalgeschützten Augarten Grünflächen zerstört werden könnten.

Scholz koordiniert

Dazu kommt, dass der Grund im Bundesbesitz ist, das Landwirtschaftsministerium die Nutzungsrechte hat. Scholz koordiniert zwischen den Instanzen. "Die Lösung in der Sache soll aber im Bezirk selbst vorbereitet werden." Bis Ende September können alle Fraktionen in der Leopoldstadt ihre Anregungen bei SP-Bezirksvorsteher Gerhard Kubik deponieren.

Baukosten: Acht Millionen Dollar

Der Bau des neuen Hakoah-Quartiers wird rund acht Millionen Dollar (rund 120 Mio.) kosten. Jene Summe, die sich Österreich im Jänner 2001 zu zahlen verpflichtet hat, um die 1938 aus ihren Vereinsstätten im Prater vertriebenen Haokahner endlich zu entschädigen. Versuche, in den Prater zurückkehren, seien "am Kompetenzwirrwarr gescheitert", so Haber. Jetzt bestehe eine gute Gesprächsbasis. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 7.9.2001)

Von Irene Brickner und Andrea Waldbrunner

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Hakoah

  • Hakoah-Fußballer Bela Guttmann.
    foto: jüdisches museum

    Hakoah-Fußballer Bela Guttmann.

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