Das Hochtor im Gesäuse

    1. September 2001, 12:06
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    In den frühen Neunzigerjahren des 19. Jahrhunderts bereits wurde der sogenannte Wasserfallweg, der von der Kummerbrücke im Gesäuse zur Heßhütte führt, angelegt.

    In Verbindung mit dem Josefinensteig - auf dem man von der Hütte zum Gipfel des Hochtor gelangt - hat man nicht nur den kürzesten Anstieg aus dem Tal zum höchsten Punkt der Gesäuse-Berge, sondern wandert auf Steigen, die an landschaftlicher Schönheit und Romantik nichts zu wünschen übrig lassen. Aber: Man hat dabei eine Höhendifferenz von rund 1800 m zu überwinden, und das ist ein beachtliches Quantum, sodass man sich zu einer Übernachtung in der tadellosen Heßhütte entschließen und die Tour auf zwei Tage ausdehnen sollte. Für Anfänger ist diese alpine Wanderung nichts, für den Wasserfall-Weg und für den Josefinen-Steig benötigt man Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Selbst die lange Eisentreppe über einem mächtigen Felsabsturz neben dem Wasserfall, nach dem der Weg benannt ist, kann den Ungeübten in Schwierigkeiten bringen. Der Josefinen-Steig ist im Abstieg schwieriger als im Aufstieg.

    Auf jeden Fall ist für die Tour im gar nicht so leichten alpinen Gelände gutes und beständiges Wetter notwendig. Die Aussicht vom schmalen Hochtor-Gipfel hat die alpinen Autoren schon immer zu Superlativen verleitet, es seien hier nur die wichtigsten Gipfel und Höhezüge angeführt, die man an klaren Tagen erblicken kann: Karawanken, Julische Alpen, Rottenmanner- und Schladminger Tauern, Hohe Tauern, Dachstein, Grimming und Totes Gebirge (Großer Priel), Haller Mauern, Buchsteingruppe, Tamischbachturm, Eisenerzer Alpen, Hochschwab, Rax und Schneeberg. Geradezu atemberaubend ist der Tiefblick ins Ennstal.

    Die Route: Vom Parkplatz bei der Kummerbrücke der Gesäuse-Bundesstraße zwischen Hieflau und Gstatterboden steigt man auf der roten Markierung (Nummer 660) an und gelangt bald in steiles Gelände. Man passiert auf hoher Leiter den Wasserfall und muss dann noch einige Steilstufen auf gesichertem Steig überwinden.

    Man braucht bis zur Heßhütte 4 Stunden. Der zum Gipfel führende Josefinen-Steig führt zum Teil durch schroffes und felsiges Gelände, viele Stellen sind mit Drahtseilen gesichert. Schließlich geht es auf dem luftigen Gugelgrat zum höchsten Punkt. Ab Heßhütte 2 1/2 Stunden. Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, die Gehzeiten: Hochtor-Heßhütte 2 Stunden, Heßhütte-Kummerbrücke 2 3/4 bis 3 Stunden.

    Von Bernd Orfer

    Gesamtgehzeit 11 1/2 bis 12 Stunden,
    Höhenunterschied 1800 m. Heßhütte in der
    Saison durchgehend bewirtschaftet. Bundes-
    amtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 100
    (Hieflau).
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