Nationalbank sucht neue Geschäftsfelder

30. August 2001, 15:38
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Bargeldlose Zahlungen könnten über neues System abgewickelt werden

Alpbach - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) denkt über neue Geschäftsfelder nach: Die gemeinsam mit den Banken betriebene Austrian Payment System Services (APSS) könnte bald auch bargeldlose Zahlungen über Kredit- oder Kundenkarten abwickeln. Durch die Bündelung der bisher von Banken und Kreditkartengesellschaften individuell vorgenommenen Abwicklung könnten erhebliche Kosten eingespart werden, sagte der für Zahlungsysteme und die Euro-Einführung zuständige OeNB-Direktor Wolfgang Duchatczek beim Europäischen Forum Alpbach. Über APSS laufen derzeit nur Bankomat- und Quicksaldo-Funktionen in Geschäften.

Im Zug der Euro-Einführung mit Anfang 2002 werde die "Münzvermeidung" sicher ein Thema, ist Duchatczek überzeugt. Bargeldlose Zahlungen über Karten werden sich damit deutlich größerer Beliebtheit erfreuen. Genau zu beziffern sei dieses Potenzial aber noch nicht.

Euro bringt billigere Transaktionskosten

Der Zeitpunkt für eine solche Maßnahme sei im Umfeld der Einführung des Euro-Bargelds günstig, zumal bereits die ersten ausländischen Gesellschaften ein Auge auf dieses lukrative Geschäft in Österreich geworfen hätten. "Außerdem würden die Kunden dann sehen, wie der Euro billigere Transaktionskosten bringt", so Duchatczek, der die derzeitigen Kosten für zu hoch hält.

In ersten Kontakten hätten auch heimische Banken Interesse an einer gemeinsamen Abwicklung gezeigt, ohne sich aber klar zu deklarieren. Sie sollen weiterhin die Ausgabestelle bleiben, die APSS beschränke sich auf eine Rolle als neutraler Abwickler. Die Nationalbank könnte sich auch das Betreiben "neutraler" Bankomaten vorstellen.

Die gemeinsame Abwicklung des Bargeldtransports im Vorfeld der Währungsumstellung durch die ausgelagerte Geldservice-Gesellschaft GSA habe Einsparungen zwischen 300 und 350 Mill. S gebracht, sagte Duchatczek. (APA)

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