Sallmutter: "An uns wird höherer Maßstab angelegt"

28. August 2001, 19:47
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Kritik von ÖGB-Vorarlberg: "völlige Abgehobenheit" - ÖGB als "geschminkte Leiche"

Wien - Hans Sallmutter, mächtiger GPA-Vorsitzender, kann trotz Kritik am Krisenmanagement des ÖGB "keine Indizien erkennen, dass die Position von Fritz Verzetnitsch infrage steht". Im Sinne dieser Loyalität hat er für den Widerspruch (er hatte Donnerstag im ORF gesagt, keinen Kontakt zu Verzetnitsch zu haben, Verzetnitsch betonte, er habe Donnerstag mit Sallmutter telefoniert) eine Sprachregelung: "Ich habe das Interview um 18.30 Uhr gegeben, Verzetnitsch rief um 21.30 an." Auch zur erneuten Kritik am Innenstadt-Penthouse Verzetnitschs nimmt Sallmutter nur indirekt Stellung: "Ich wohne auf 95 Quadratmeter im Arbeiterbezirk."

Bei ÖGB-Leuten werde kritisch hingeschaut, sagt Sallmutter im STANDARD-Gespräch: "An uns wird ein höherer Maßstab angelegt. Wer die Funktion eines Personalvertreters annimmt, muss wissen, dass er ein Versprechen abgibt." Daher müssten die Post-Personalvertreter die Gagenaffäre "aufarbeiten. Wahrscheinlich sind ein paar der Verführung des Vorstandes erlegen, Dörfler allein wird's nicht gewesen sein."

Der ÖGB sei nicht "von dieser Welt", eine "geschminkte Leiche" mit "abgehobenen" Funktionären - so heftige Worte fand der ÖGB Vorarlberg. Sallmutter kontert: "In einer Großorganisation mit 80.000 Funktionären ist viel nicht okay, gibt es Fehlverhalten. Tausende sind aber engagiert dabei." Das wüssten die Mitglieder, es gebe keine Austrittswelle: "In der GPA sind nur fünf ausgetreten." (eli, DERSTANDARD, Print-Ausgabe vom 29.8.2001)

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