Milch in Österreich verhältnismäßig billig

27. August 2001, 13:33
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Euro führt Konsumenten große Preisunterschiede vor Augen

Wien - Der Countdown zum größten Geld-Zauber aller Zeiten läuft: Durch die mit Jänner 2002 festgesetzte Umstellung von zwölf EU-Nationalwährungen in Euro werden Preisschilder unmittelbar vergleichbar und die Konsumenten sehen ohne Umweg zum Taschenrechner, was wo am billigsten oder teuersten ist. Dabei werden Güter des täglichen Gebrauches - wie etwa Milch - besonders genau beobachtet werden. Schon jetzt zeigt ein EU-Vergleich, dass das weiße Gold in Österreich sehr billig gehandelt wird.

Während ein Liter pasteurisierte Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett in Italien im Durchschnitt mehr als 15 S (1,1 Euro) kostet, liegt der Preis in Österreich durchschnittlich bei knapp 8 S (0,58 Euro). Im Vergleich teuer ist Milch auch in Frankreich und Portugal. In Deutschland, wo wie hier zu Lande in den vergangenen Monaten die Handelspreise um bis zu 10 Prozent angehoben wurden, liegt der Milch-Preis laut Zentraler Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) derzeit im Schnitt bei umgerechnet 8,70 S (0,63 Euro).

Milch, Käse und Eier günstig geblieben

Ein Preisvergleich auf Indexbasis für die Produktgruppe Milch, Käse und Eier, der vom Statistikamt der EU (Eurostat) durchgeführt wird, bestätigt, dass diese Produkte in Österreich in den vergangenen Jahren kaum teurer geworden sind. Auf der Basis 1996 = 100 liegt der Wert für Österreich im Jahresschnitt 2000 bei 100,4, was bedeutet, dass Milch und Milchprodukte in Österreich seit 1996 nur marginal teurer geworden sind bzw. unter Berücksichtigung der Inflation sogar heute billiger sind als vor fünf Jahren. In Großbritannien und in Deutschland sind die Preise in dieser Produktgruppe sogar gefallen.

Am stärksten sind die Nettopreise in der Produktgruppe Milch, Käse und Eier mit einem Index von 114,5 in Griechenland gestiegen, gefolgt von Dänemark (109,3), Luxemburg (105,6), Schweden (104,7) und Frankreich (104,6). Der EU-Schnitt liegt bei 101,2.

Im allgemeinen Klima steigender Verbraucherpreise hat der heimische Lebensmittelhandel in den vergangenen Monaten auch die Konsumentenpreise für Milch und Milchprodukte angehoben, nachdem sie zuvor jahrelang unter Druck gestanden sind. Preisanpassungen durch Auf- oder Abrunden im Zuge der Euro-Einführung dürften in dieser Produktsparte daher wohl nicht zum Nachteil der Konsumenten ausfallen. (APA)

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