Seidenraupen-Gen in Qualitätsweinsorte eingebaut

26. August 2001, 21:37
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So wächst Merlot auch in Florida

Gainesville/Florida - Amerikanische Gentechniker haben eine französische Weinrebe so verändert, dass sie auch im sonnigen Florida wachsen kann. Forscher der Universität Florida in Gainesville schleusten zu diesem Zweck ein Gen der Seidenraupe in die Rebsorte Merlot ein, damit die Pflanze der Hitze widersteht. Extreme Hitze und feuchte Witterungsperioden machen die Rebsorte besonders anfällig für das Bakterium Xylella fastidiosa, das die Pflanze zur Gänze absterben lässt. Der jetzt genmodifizierte Merlot soll dem Bakterium jedoch standhalten.

Das Gen der Seidenraupe namens Shiva kodiert für ein baterienabtötendes Protein und wird in die Zellen anfälliger Pflanzen der Weinrebe eingebracht. Dennis Gray von der University of Florida gibt sich optimistisch, dass das Protein das Bakterium abtötet. Der Wissenschaftler geht aber davon aus, dass die Entwicklung genmodifizierten Weines noch Jahre dauern wird. In fünf bis zehn Jahren soll er jedoch spätestens auf den Markt kommen.

In den USA hat die Veränderung der genetischen Struktur der Merlot-Rebe bereits zu hitzigen Debatten geführt. Es gebe laut Kritikern keine Langzeitstudien, die zeigten, wie sich die Genmanipulation auf Gesundheit und Umwelt auswirkt. Positive Reaktionen kommen von der kalifornischen Weinindustrie, die auf das Ende des Bakteriums, das die so genannte Pierce Erkrankung verursacht, hoffen. Ob Konsumenten und Weinbauern genmanipulierten Wein allerdings akzeptieren, wagen Vertreter der Industrie zu bezweifeln. Auch in Frankreich testen Forscher genmodifizierte Weinreben. Französische Landwirtschaftsvertreter bekräftigen aber, dass es frühestens in 15 bis 25 Jahren Gen-Wein aus Frankreich geben werde. (pte)

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