Wiener Städtische will Ergebnisse deutlich steigern

24. August 2001, 14:00
posten

Generaldirektor Geyer: Gesamtergebnis von der Entwicklung an den Börsen abhängig

Wien - Die Gruppe der Wiener Städtischen Versicherung soll ihre Position als größte österreichische Versicherung festigen und in den mittelosteuropäischen Reformländern (MOEL) im Privatkundengeschäft die größte Versicherungsgruppe werden. Diese Ziele nannte der seit knapp zwei Monaten amtierende neue Generaldirektor der Städtischen, Günter Geyer, am Freitag. Die Kooperation mit dem neuen Partner, der deutschen HUK-Coburg, laufe gut an. Das Ergebnis der Wiener Städtischen soll heuer nach den Rückgängen im Jahr 2000 wieder "deutlich besser" ausfallen.

Im Kerngeschäft zeichne sich bereits jetzt eine deutliche Ergebnisverbesserung ab. Zurückzuführen sei dies einerseits auf eine Entspannung bei der Kfz-Versicherung und andererseits auf kostenseitige Maßnahmen. Das Gesamtergebnis sei allerdings abhängig von der Entwicklung an den Börsen. Nach jetzigem Stand müssten "einige hundert Millionen Schilling" abgeschrieben werden. Das Konzern-EGT der Wiener Städtischen war 2000 mit 455 Mill. S (33,1 Mill. Euro) um 23,5 Prozent niedriger als 1999. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der AG sank um 37,7 Prozent auf 271 Mill. S.

Mehrmarkenstrategie

Die Assekuranz wolle sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren und die Mehrmarken-Strategie weiterführen. Beteiligt ist die Städtische u.a. an der Donau Versicherung (75 Prozent), die wiederum zu 30 Prozent an der s Versicherung beteiligt ist, der CA-Versicherung (50 Prozent), der Union Versicherung (33,3 Prozent) und der Wüstenrot Versicherung (rund 32 Prozent). Weiters gehört die Ringturm KAG mehrheitlich zum Städtische-Konzern. Das Allfinanzthema soll nicht die Versicherung hineingetragen werden, so Geyer.

Wachstumsmarkt Mittel- und Osteuropa

Kräftig wachsen will der Wiener Städtische-Konzern in den mittel- und osteuropäischen Reformstaaten. Die Auslandstöchter trugen im Vorjahr bereits 20 Prozent zum Prämienaufkommen bei, heuer sollen es laut Geyer 25 Prozent sein und in den kommenden zwei bis drei Jahren 35 bis 40 Prozent. Gemeinsam mit dem neuen Partner HUK-Coburg wolle die Städtische das Ostgeschäft weiter ausbauen. Für eine Zusammenfassung der Beteiligungen in den Reformländern in einer eigenen Ost-Holding sieht Geyer "keinen unmittelbaren Anlass".

Die HUK-Coburg werde dabei bei Akquisitionen und Neugründungen mit an Bord sein, wobei eine Kooperation von Fall zu Fall geprüft werde. Es gehe dabei nicht nur um die Finanzierung - beide Partner seien kapitalstark - , sondern auch um Know-How und Management-Kapazitäten. Das erste gemeinsame Projekt, die Übernahme der polnischen Compensa Sach und Compensa Leben von der deutschen Hamburg Mannheimer-Gruppe, sei im Laufen. Ziel sei, in Polen unter die sechs bis acht größten Versicherer zu kommen. Bei der Privatisierung der größten slowakischen Versicherung, der Slovenska Poistovna, geht Geyer davon aus, dass die Pressburger Städtische-Tochter Kooperativa ein Angebot legen wird. Derzeit ist die Wiener Städtische-Gruppe in Mittelosteuropa in Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien vertreten. Mittelfristig sei auch Serbien interessant.

Partnerschaft mit HUK-Coburg läuft gut an

Die Partnerschaft mit der HUK-Coburg, die wie berichtet in einer wechselseitigen Beteiligung von bis zu 20 Prozent münden soll, laufe gut. Es hätten sich zwei kapitalstarke Partner mit ähnlichen gesellschaftsrechtlichen Strukturen gefunden. Wichtig sei die Sicherung der gegenseitigen Unabhängigkeit, betonte der neue Städtische-General. Die Kapitalverschränkung solle stufenweise erfolgen, in einem ersten Schritt ab Anfang 2002 könnte die wechselseitige Beteiligung bei rund 5 Prozent starten. (APA)

Share if you care.