In Schönheit draufzahlen: Die AK warnt vor unseriösen Modelagenturen

23. August 2001, 20:21
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Linz - Der Traum von der glamourösen Model-Karriere kann ins Geld gehen. Die oberösterreichische Arbeiterkammer warnt vor unseriösen Agenturen, die rechtlich einwandfrei agieren, aber außer Spesen für den Kunden wenig produzieren.

Georg Rathwallner, AK-Konsumentenschützer, beobachtet das Treiben schon länger: "Im Schnitt betreuen wir 150 Fälle pro Jahr, wo sich Konsumenten gefoppt fühlen." Meist in Kleinanzeigen wird die Möglichkeit einer Karriere versprochen. Stellt man sich bei den Agenturen vor, müssen Tausende Schilling für Fotos und Kartei gezahlt werden. Das war es dann meist.

Die Agenturen verweisen auf die mangelnde Nachfrage nach eben diesem Model-Typ. Eine Ausrede, ist Rathwallner überzeugt: "In die Kartei genommen wird praktisch jeder, bei den Vertragsgesprächen wird den Konsumenten immer von den Chancen vorgeschwärmt. Eine seriöse Agentur würde dagegen die Interessenten aufrichtig beraten und gegebenenfalls ablehnen." Was auch Stefanie Antel von der renommierten Wiener Agentur "next company" bestätigt: "99 Prozent der Leute, die sich aktiv vorstellen, sind ungeeignet für das Model-Geschäft."

In einem einjährigen Test hat die AK in Linz drei "Models" losgeschickt. Verträge bekamen alle drei, Auftrag keinen einzigen. AK-Experte Rathwallner appelliert daher an die Konsumenten: "Man sollte sich im Vorhinein überlegen, ob man wirklich für das Model-Geschäft geeignet ist. Wenn man unbedingt einsteigen will, dann aber nicht bei einer Agentur, die Vorauszahlungen verlangt."

Die Warnung vor den schwarzen Schafen in der Szene wiederholen auch die Köpfe der um den Ruf der Branche bedachten Agenturen seit Jahren. Andrea Weidler ("Wiener Modelsekretariat") oder Wolfgang Schwarz ("Look") etwa: "Finger weg von Agenturen, die für die Aufnahme in ihre Kartei Geld verlangen." (moe, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24. 8. 2001)

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