13 afrikanische Einwanderer vor den Küsten Spaniens ertrunken

23. August 2001, 15:20
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Die Schlepper zwangen die Nicht-Achwimmer, aus dem Boot zu springen

Madrid - Mindestens 13 afrikanische Einwanderer sind bei dem Versuch ertrunken, über das Meer illegal nach Spanien zu gelangen. Vor der Küste der Kanaren-Insel Fuerteventura bargen Rettungsmannschaften am Donnerstag die Leichen von neun Männern aus Sierra Leone und Kamerun, teilten die Behörden mit. Acht weitere Immigranten überlebten. Sie gaben an, von den Schleppern gezwungen worden zu sein, in der Nacht aus ihrem Boot ins Wasser zu springen. Die Polizei vermutet, dass die Opfer nicht schwimmen konnten.

Schlepperkutter schlug leck

Vor der Küste von Almeria in Südspanien waren am Vorabend vier "Illegale" aus Marokko ertrunken. Sie hatten versucht, mit einem Fischerboot an Land zu gehen. Der Kutter war aber nach Angaben der Rettungskräfte 50 Meter vor dem Strand auf Grund gelaufen und leck geschlagen. An Bord des 15 Meter langen Schiffs sollen bis zu 60 weitere Menschen gewesen sein. Mindestens elf von ihnen wurden festgenommen, andere gelangten an Land und flüchteten. Es wurde befürchtet, dass noch weitere Einwanderer bei dem Unglück ums Leben kamen. Die Suchaktion blieb aber zunächst erfolglos.

Heuer bereits 700 Tote

Nach Angaben von Hilfsorganisationen sollen dieses Jahr bereits rund 700 Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen sein, über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien zu gelangen. Afrika und Europa trennen dort nur 14 Kilometer. Wegen des guten Wetters wagen derzeit Hunderte die gefährliche Überfahrt. (APA/dpa)

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