Autismus scheint genetisch bedingt zu sein

22. August 2001, 22:30
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Internationale Studie weist auf Zusammenhang mit vier Chromosomen hin

Washington - Autismus ist einer internationalen Studie zufolge genetisch bedingt. Der Zusammenhang zwischen bestimmten Genen und der Verhaltenskrankheit werde vor allem am siebten Chromosom deutlich, das unter anderem für Sprachstörungen verantwortlich ist, teilte die US-Gesundheitsbehörde (NIH) am Mittwoch in Washington mit.

Die Wissenschafter machten insgesamt vier Chromosomen aus, auf denen die Veränderung einzelner Genbereiche mit der Krankheit in Zusammenhang stehen. Als relativ sicher gilt nach Angaben der Forscher eine Verbindung von Autismus und den Chromosomen 2 und 7; ein Zusammenhang zu den Chromosomen 16 und 17 sei dagegen zumindest zu vermuten.

Die Studie

Die Forscher hatten die DNA von 150 autistischen Geschwisterpaaren untersucht. Das Team setzte sich aus Wissenschaftlern aus den USA und mehreren europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden zusammen. Die Studie soll in der September-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "American Journal of Human Genetics" veröffentlicht werden.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die sich bereits im Kleinkindalter bemerkbar macht. Die Betroffenen leben extrem in sich selbst zurückgezogen und können keine Gefühle für andere Menschen entwickeln. Kennzeichen der Krankheit sind unter anderem ein Sich-Abkapseln von der Umwelt sowie die Unfähigkeit, zu kommunizieren. Die Krankheitsrate liegt bei einem Betroffenen unter 500 Menschen; vier von fünf Autisten sind männlich. Über die Ursachen der Krankheit herrschte bislang Unklarheit. (APA)

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