Eybl International massiv unter Druck

23. August 2001, 18:51
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Anlaufverluste in Rumänien belasten Ergebnis heuer um bis zu 5,5 Millionen Euro

Deta - Massive Anlaufprobleme mit einem neuen Produktionswerk in Rumänien und Kursverluste des brasilianischen Real haben das Halbjahresergebnis des börsenotierten Autozulieferers Eybl International schwer belastet. Bei einem um 17 Prozent auf 218,1 (186,3) Mill. Euro (3 Mrd. S) gestiegenem Umsatz betrug das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) nach sechs Monaten minus 4,5 (plus 7,3) Mill. Euro. Für das Gesamtjahr, in dem man laut Plan eigentlich mehr als elf Mill. Euro EGT erwirtschaften wollte, rechnet Eybl-Vorstandschef Rudolf Pauli nur mehr mit einem "ausgeglichenen, eventuell sogar negativen Ergebnis".

Ob der im niederösterreichischen Krems beheimatete Zulieferkonzern heuer in die roten Zahlen rutschen werde, hänge davon ab, wie sich die brasilianische Währung und Produktivität und Qualität im rumänischen Deta entwickeln würden, sagte Pauli.

Anlaufverluste

Die für Rumänien ursprünglich geplanten Anlaufverluste für das laufende Jahr 2001 werden sich nach Aussagen des Managements auf 5,3 bis 5,5 Mill. Euro verdoppeln. Als Hauptgrund für die Kostenexplosion wurden zu geringe Produktivität und Qualitätsprobleme und daraus folgende Reklamationen der Kundenfirmen Lear und TRW angeführt. Mit der Einsetzung eines neuen Managements und massiven Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sei der Turnaround aber schon eingeleitet worden, wurde versichert.

Mit 1,9 Mill. Euro hat in den ersten sechs Monaten auch der Kursverfall der brasilianischen Währung Real gegenüber dem US-Dollar zu den Verlusten beigetragen. Sollte sich diese Währungsrelation weiter verschlechtern und sich gleichzeitig der Euro gegenüber dem Dollar erholen, könnte sich diese Situation weiter verschärfen, hieß es.

Jahresplanung wird nach unten revidiert

Das Betriebsergebnis (EBIT) verschlechterte sich im ersten Halbjahr auf minus 2 Mill. Euro gegenüber 8,9 Mill. Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Die EBIT-Marge drehte sich von plus 4,8 auf minus 0,9 Prozent.

Vorstandschef Pauli ließ durchblicken, dass auch die Jahresplanung für das Gesamtjahr 2002 nach unten revidiert werden müsse, wollte sich aber derzeit noch auf keine Zahlen festlegen. Größere Akquisitionen wie der noch vor kurzem beabsichtigte Einkauf einer Fabrik in Südeuropa könnten in absehbarer Zeit nicht getätigt werden.(APA)

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