Kritik an Strahlenwerte der britischen Wieder- aufbereitungsanlage Sellafield

22. August 2001, 16:36
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Langzeitschäden für Meereslebewesen befürchtet

Oslo - Die Umweltschutzminister fünf nordeuropäischer Staaten haben nach offiziellen Angaben Großbritannien aufgefordert, die atomare Strahlung der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield zu reduzieren. Die nordischen Staaten seien schon seit längerem über die Strahlung besorgt, die von der Anlage in Sellafield ausgehe, sagte die norwegische Umweltschutzministerin Siri Bjerke in Oslo.

In einem Brief habe sie sich nun gemeinsam mit ihren Kollegen aus Schweden, Dänemark, Finnland und Island an den britischen Premierminister Tony Blair gewandt. Vor der norwegischen Südküste waren bei Meereslebewesen im vergangenen Jahr erhöhte radioaktive Werte gemessen worden.

Langzeitschäden für Meereslebewesen

Jüngsten Untersuchungen zufolge wurden die Verschmutzungen durch die Strömungen bis in die Barentssee und vor die Ostküste von Norwegen gebracht. Die gemessenen Belastungen stellen nach Angaben der norwegischen Behörden zwar keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Experten befürchteten aber, dass die Meereslebewesen langfristig geschädigt würden. Großbritannien hatte zuletzt bekräftigt, dass die Strahlenwerte der Anlage in Sellafield innerhalb internationaler Grenzwerte lägen. In Sellafield wird auch Atommüll aus deutschen Kraftwerken wieder aufbereitet.

Norwegen sei es am Liebsten, wenn die Wiederaufbereitungsanlage geschlossen würde, aber realistischer sei es wohl, dass die Betreiber die radioaktive Strahlung reduzierten, sagte Bjerke. Die Barentssee solle auch künftig ein sauberes Meer sein. Die arktische Region reagiere sehr empfindlich auf Umweltverschmutzungen, fügte sie hinzu. (APA/Reuters)

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