Serbien: Ausländische Banken scharren in den Startlöchern

21. August 2001, 14:29
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Viele wollen an Privatisierungen in Ex-Jugoslawien profitieren - Erste Privatisierungs -ergebnisse bis November erwartet

Belgrad - Eine Vielzahl von führenden internationalen Finanzinstituten sind an der Vorbereitung zur Privatisierung von 16 serbischen Firmen interessiert, die in den kommenden Monaten zum Verkauf kommen sollen. Nach Angaben des serbischen Privatisierungsministers Aleksandar Vlahovic haben bis Mitte August bereits 35 Banken ihr Interesse bekundet, sich an den Vorbereitungen zu den Ausschreibungen zu beteiligen, nachdem die Regierung des serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic Mitte Juli in der "Financial Times" per Anzeige nach Finanzberatern im erst beginnenden Privatisierungsprozess gesucht hatte.

Unter den Firmen, die zuerst auf den Markt kommen sollen, befinden sich mehrere pharmazeutische Betriebe und ein Aluminiumwalzwerk, allerdings keine der drei serbischen Zementfabriken, die zuvor als Zugpferde des Privatisierungsprozesses in Serbien betrachtet worden waren.

Hilfe der Weltbank

Minister Vlahovic erklärte gegenüber der Belgrader Tageszeitung "Glas javnosti", dass mit Finanzhilfe der Weltbank demnächst die Privatisierung weiterer elf Betriebe ausgeschrieben werde. Erste Privatisierungsergebnisse erwartet Vlahovic bis Ende November.

Die Privatisierung einer ersten Gruppe von 40 Firmen soll bis März 2002 abgeschlossen werden. Der serbische Staat erwartet sich davon umgerechnet 8,4 Mrd. S (610 Mill. Euro). Diese Finanzmittel sollen unter anderem für die Sozialprogramme sowie für Kredite an kleinere und mittlere Betriebe verwendet werden.

Vlahovic warnte jedoch vor negativen Auswirkungen der aktuellen Krise im serbischen regierenden DOS-Bündnis auf den Privatisierungsprozess. Er erwarte, dass die Krise spätestens in zwei Monaten gelöst sei, erklärte Vlahovic für die Belgrader Tageszeitung. (APA)

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