Thonet wechselt neuerlich Besitzer

19. August 2001, 18:57
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Deutscher Eigentümer verkauft an italienische Nobelmöbelmarke

Wien - Der traditionsreiche Möbelhersteller Thonet, berühmt geworden durch seine mithilfe von Wasserdampf krumm gebogenen Sesselbeine, wurde fünf Jahre nach dem Erwerb durch den deutschen Unternehmer Wolfgang Mellinghof jetzt erneut weiter verkauft. Einem Bericht des Magazin Formats zufolge soll das zuletzt mit der Einrichtung von Wiener Museumsquartier, Konzerthaus und Rathaus wirtschaftlich erfolgreiche Haus still und leise an die italienische Nobelmöbelmarke Poltrona Frau gewechselt haben.

Als Grund für den Verkauf wird die dabei erzielte Rendite genannt: Nachdem Mellinghof den Sanierungsfall Thonet 1996 um einen symbolischen Schilling und eine Investition von 120 Millionen Schilling erworben hat, soll er mit dem Verkauf der inzwischen gut gehenden Firma nunmehr 170 Millionen Schilling erzielt haben. Mellinghof bestätigt den Kaufpreis nicht.

Stärkere internationale Präsenz

Für die Marke Thonet könnte der Verkauf an Poltrona Frau eine stärkere internationale Präsenz seiner Möbelklassiker bedeuten. Die Italiener sind unter anderem in London, Paris, New York und Hongkong vertreten. Dazu will der neue Eigentümer die vor zwei Jahren aufgegebene Präsenz in Wien wieder aufbauen. Mellinghoff hatte vor zwei Jahren aus finanziellen Gründen den Standort an der Wiener Nobelmeile Kohlmarkt an Louis Vuitton abgetreten.

Die klassischen Bugholzsessel sollen weiterhin im steirischen Friedberg produziert werden, was vertraglich abgesichert sei. Geschäftsführer soll der italienische Staatsbürger Romano Del Negro werden, der seit zehn Jahren in Graz lebt. (DER STANDARD, Printausgabe 20.8.2001)

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