Auf der Reise zum "Hakon Mosby Mud Volcano"

17. August 2001, 22:46
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Französische Tiefsee-Expedition

Bremerhaven - Die Gewässer vor Spitzbergen sind Ziel des französischen Forschungsschiffs "L'Atalante", das am Samstag aus Bremerhaven ausläuft. Die Wissenschaftler aus Deutschland, den USA und Frankreich wollen auf dieser Fahrt einerseits eine Langzeitstudie fortsetzen, die jene Faktoren untersucht, die für die unerwartet hohe Artenvielfalt am Boden der Tiefsee verantwortlich sind. Zum anderen führt die Reise zu einem untermeerischen Schlammvulkan, dem "Hakon Mosby Mud Volcano" vor der Küste Norwegens.

Der Vulkan war erst 1989 in 1.300 Metern Tiefe entdeckt worden. Das Ungewöhnliche an dieser aktiven Austrittsstelle von Fluiden und Gasen ist seine Lage in den arktischen Breiten und an einem passiven Kontinentalhang. Derartige Austrittszonen waren bislang nur von aktiven Kontinentalrändern bekannt. Im Umfeld des Kraters finden sich zahlreiche spezialisierte Organismen, die das austretende Methan als Energielieferant nutzen. Die Forscher wollen herausfinden, welche Bedeutung solche methangashaltigen Sedimente als Energiereservoir für die Menschheit besitzen, welchen Beitrag sie als Quelle des klimawirksames Treibhausgases Methan im weltweiten Klimasystem leisten und wie die Anpassungen von spezialisierten Tiefseeorganismen an diesen Lebensraum zu verstehen sind.

Zudem haben die Forscher das ferngesteuerte, unbemannte Tauchfahrzeug "VICTOR 6000" an Bord. Es kann bis zu 6.000 Metern tief tauchen und ist mit modernsten Kameras ausgerüstet. Darüber hinaus ist es in der Lage, mit Hilfe spezieller Greifarme Messgeräte gezielt am Meeresboden abzusetzen und Proben zu nehmen. (pte)

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