Österreich verliert gegen die Schweiz

16. August 2001, 16:25
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Unglaublich marode Vorstellung der österreichischen Kicker bei verdienter 1:2 Niederlage

Wien - Selbstvertrauen wollte Österreichs Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz für die bevorstehende, entscheidende Phase in der WM-Qualifikation tanken, doch der Test ging voll daneben. Das ÖFB-Team unterlag den Eidgenossen, die zuletzt 1990 in Wien gewonnen hatten, vor 21.200 Zuschauern im Wiener Ernst Happel-Stadion nach enttäuschender Leistung mit 1:2 (0:1). Österreichs Treffer erzielte Kapitän Herzog mit einem Weitschuss und kräftiger Mithilfe von Torhüter Pascolo. Viel Zeit bleibt Teamchef Otto Baric nicht, die Mannschaft für die Spiele am 1. September in Valencia gegen Spanien und am 5. September in Wien gegen Bosnien-Herzegowina aufzurichten.

Baric wollte eine Elf für die Herbst-Spiele finden, hat das Spiel zur internen "Qualifikation" für Spanien erklärt. Doch statt positive Aufschlüsse gab es Sorgenfalten beim Teamchef. Keine Aggressivität im Spiel, keine Zweikämpfe, kein Tempo, kein Aufbäumen, keine Chancen. Die Stürmer hingen in der Luft und konnten sich nicht durchsetzen, aus dem Mittelfeld und über die Flanken kam kein Druck, die Verteidigung hatte mit den Schweizern Probleme. Einzig den Torhütern Wohlfahrt (1. Hälfte) und Manninger (2.) und dem bemühten Kapitän Herzog war kein Vorwurf zu machen. Spaniens Teamchef Jose Antonio Camacho wird wohl beruhigt die Heimreise angetreten haben.

Zuerst kein Flutlicht

Das Spiel, das im Rahmen der gemeinsamen Bewerbung der beiden Länder für die EM-Endrunde 2008 ausgetragen wurde, begann mit einer technischen Panne. Beim Zuschalten des Notstrom-Aggregats war die Spannung wegen Überhitzung ab- und das Scheinwerfer-Licht daher ausgefallen. Die Partie wurde mit rund 25-minütiger Verspätung angepfiffen.

Danach suchten die Österreicher den Rhythmus, fanden ihn aber nicht. Die Eidgenossen, erstmals unter Teamchef Köbi Kuhn, konnten nach Herzenslust kombinieren, ließen das ÖFB-Team schlecht aussehen. Der Unterschied auf dem Feld schlug sich schnell auch im Ergebnis nieder. Vogel, Kapitän von PSV Eindhoven, traf nach einem Eckball und Vorlage von Murat Yakin aus 20 m unhaltbar für Wohlfahrt genau ins Kreuzeck (10.).

Pfiffe schon nach fünfzehn Minuten

Schon nach 15 Minuten ließen die Fans mit Pfiffen ihrem Unmut freien Lauf. Doch auch das weckte die Österreicher nicht auf. Erst in der 28. Minute sorgte Herzog für den ersten Schuss auf das Tor von Pascolo, der keine Mühe hatte.

In der Pause reagierte Baric. Er brachte Kitzbichler (für Vastic), Ibertsberger (für Kühbauer) und Walter Kogler (für Neukirchner) sowie Manninger wie ausgemacht im Tor für Wohlfahrt. Doch das Spielgeschehen änderte sich nicht. Manninger musste bei einem Schuss von H. Yakin sein ganzes Können aufbieten (53.), um das 0:2 zu verhindern.

Ausgleich mit Hilfe des Schweizer Schlussmanns

Aus dem Nichts allerdings gelang Österreich der Ausgleich. Herzog zog aus fast 30 m ab, der bis dahin fast arbeitslose Pascolo ließ den Ball unter seinem Körper passieren (61.). Fünf Minuten folgte so etwas wie ein kleines Strohfeuer, doch schnell hatten die Schweizer die Partie wieder fest im Griff.

Und sie wollten das Debüt von Kühn mit einem Sieg begehen. In der 70. Minute vereitelte Manninger mit einer herrlichen Reaktion noch den zweiten Gegentreffer bei einem Frei-Schuss, doch vier Minuten später war auch er geschlagen: Nach einer Wicky-Flanke kam H. Yakin völlig frei zum Kopfball und ließ den Fiorentina-Torhüter keine Chance (74.). In der Schlussphase hatten Wallner (82.) und Herzog (89./Außennetz) die Chance zum Ausgleich, der allerdings völlig unverdient gewesen wäre. (APA)

  • Österreich - Schweiz 1:2 (0:1)
    Enst-Happel-Stadion, 21.200, Nicolai Vollquartz/Dänemark.

    Torfolge: 0:1 (10.) Vogel 1:1 (61.) Herzog 1:2 (74.) H. Yakin

    Österreich: Wohlfahrt (46. Manninger) - Baur - Martin Hiden, Neukirchner (46. W. Kogler) - Kirchler, Kühbauer (46. Ibertsberger), Alfred Hörtnagl (62. Weissenberger), Herzog, Flögel (73. Winklhofer) - Vastic (46. Kitzbichler), Brunmayr (66. Wallner)

    Schweiz: Pascolo - Zellweger (46. Haas), M. Yakin, Müller (66. Mazzarelli), Berner (75. Quentin) - Sesa (62. Wicky), Vogel (46. Sforza), Fournier, Comisetti - H. Yakin, Frei

    Gelbe Karten: Hörtnagl

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