Anwalt Witti plant Sammelklagen

15. August 2001, 17:02
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Schon über 100 Anfragen von deutschen Lipobay-Geschädigten

Wien/Hamburg - Im Zusammenhang mit dem zurückgezogenen Medikament Lipobay bereitet der Münchner Rechtsanwalt Michael Witti Sammelklagen von deutschen Patienten vor. Es habe in den vergangenen Tagen über hundert Anfragen von Geschädigten und Patienten gegeben, sagte Witti am Mittwoch auf Anfrage in Wien. Die Sammelklagen gegen den Hersteller, den deutschen Bayer-Konzern, sollen in den USA geführt werden. Zunächst würden amerikanische Patienten vertreten, deutsche könnten sich möglicherweise später anschließen.

"Die Klage ist für Bayer sehr, sehr ernst", betonte Witti. Wenn ein Zusammenhang mit dem Mittel nachgewiesen werden könne, würden alle Geschädigten Geld erhalten. Der Bayer-Konzern bestätigte unterdessen, dass erste Klagen wegen Libobay gegen das Unternehmen in den USA eingereicht worden sind. Der US-Anwalt John David Duffus drohte mit der Beschlagnahme von Konzernvermögen in den USA.

Der Konzern halte die Klagen für "unbegründet", betonte dazu ein Bayer-Sprecher in Leverkusen. Nach Presseberichten wird dem Unternehmen mit der Klage unter anderem vorgeworfen, Lipobay nicht rechtzeitig aus dem Handel genommen zu haben. Bayer hatte Lipobay in der vergangenen Woche vom Markt genommen. Das Medikament wird nach Angaben des Unternehmens weltweit mit dem Tod von 52 Menschen in Verbindung gebracht. Der Konzern lehnt jedoch jede Verantwortung für die Todesfälle ab. Lipobay kann Muskelzerfall hervorrufen. (APA/AP)

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