Argentinien gibt Ersatzwährung für Provinzen heraus

15. August 2001, 15:40
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Schuldscheine im Nennwert von 1 Mrd. Pesos als Zahlungsmittel

Buenos Aires - Das von Zahlungsunfähigkeit bedrohte Argentinien hat am Dienstag eine Ersatzwährung für die Provinzen mit dem Namen "Lecop" aufgelegt. Diese Schuldscheine im Nennwert von einer Mrd. Pesos (1,1 Mrd. Euro/15,3 Mrd. S) und einer Laufzeit von maximal fünf Jahren könnten in 14 der 23 Provinzen als Zahlungsmittel zirkulieren, teilte Wirtschaftsminister Domingo Cavallo mit. Die neue Ersatzwährung sei durch Steuervorschüsse großer Unternehmen im gleichen Umfang gedeckt, hieß es.

Argentinien hat sich in den vergangenen Jahren in eine Zwickmühle manövriert. Da der Peso per Gesetz im Verhältnis 1:1 an den Dollar gebunden ist und jeder Peso durch einen Dollar gedeckt sein muss, kann der Staat seine Geldmenge nur ausweiten, wenn er seine Devisenreserven erhöht. Die aber stehen nicht zur Verfügung. Zudem ist das Land durch extrem hohe Zinsen faktisch vom Kreditmarkt abgeschnitten.

Nach Jahrzehnten der Schuldenmacherei sind jedoch die für einen ausgeglichenen Haushalt notwendigen Einsparungen gesellschaftlich und sozial nur schwer durchsetzbar. Die Ausgabe von Schuldscheinen löst dieses Problem zwar für den Augenblick, verschiebt die Finanzkrise aber auf den Zeitpunkt, zu dem die Schuldscheine eingelöst werden können. (APA/dpa)

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