Palästinenser fordern internationale Schutztruppe

14. August 2001, 10:32
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Israelischer Angriff in Jenin "offene Kriegserklärung"

Gaza/Jerusalem - Nach der israelischen Militäroperation in Jenin im Westjordanland fordert die palästinensische Führung die Entsendung einer UNO-Schutztruppe in die Selbstverwaltungsgebiete. Präsident Yasser Arafat werde ein entsprechendes Gesuch an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen richten, gab sein Sonderberater Nabil Abu Rudeina am Dienstag in Gaza bekannt.

Führende Palästinenser haben die Militäraktion Israels in der Stadt Jenin als "Kriegserklärung" verurteilt. Israelische Truppen waren in der Nacht mit bis zu 40 Panzern in die unter palästinensischer Verwaltung stehende Stadt im Norden des Westjordanlandes eingedrungen und hatten dort nach längeren Straßenkämpfen mit Palästinensern das Hauptquartier der Polizei zerstört. "Dies ist eine Kriegserklärung", sagte Informationsminister Yasser Abed Rabbo.

Bei einer Explosion in einem Gebäude in Nablus wurde am Dienstag ein 19-jähriger Aktivist der Fatah-Bewegung Arafats getötet. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei ein weiteres Fatah-Mitglied verletzt. Es war zunächst unklar, ob es sich um ein israelisches Attentat oder einen "Arbeitsunfall" bei der Herstellung eines Sprengsatzes handelte. (APA/dpa/AP)

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