Gehrer: Keine Senkung der Familien-
zusammenführung

13. August 2001, 15:29
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Gegenteilige Berichte wies Bildungsministerin vor dem Ministerrat zurück

Wien - Die neue Zuwandererquote wird keine Reduktion der Familienzusammenführung bringen. Entsprechende Berichte wies die stellvertretende VP-Chefin Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Montag vor dem Ministerrat zurück: "Die Familienzusammenführung hat eine Höhe, wie es sie in den Vorjahren nicht gegeben hat."

Strasser und Westenthaler zurückhaltend

Bedeckt gaben sich die Verhandler Innenminister Ernst Strasser (V) und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) sowie FP-Klubobmann Peter Westenthaler.
Strasser verwies darauf, dass das in der Regierung ausverhandelte Ergebnis erst nach dem Ministerrat vom Bundeskanzler und Vizekanzlerin bekannt gegeben werde. Dass einige Details schon im Vorfeld über die Medien bekannt wurden, bezeichnete der Minister als "Sache, die man anders vereinbart hat". Dies sei keine Frage des Ärgerns, sondern der professionellen Arbeit, die in seinem Ressort auch geleistet worden sei, so Strasser auf eine entsprechende Frage.

FP-Klubobmann Westenthaler beschränkte sich darauf, von einer "sehr sehr guten Einigung" zu sprechen. Gleichzeitig betonte er, dass die Quote gesenkt werde. Bartenstein erklärte auf die Frage, ob die Wirtschaft mit der Lösung zufrieden sein werde, lediglich: "Ich denke schon."

Industrie fordert Zeichen der Offenheit

Keineswegs zufrieden mit der neuen gesenkten Zuwandererquote zeigt sich indes die Industrie. "Ungeachtet des Beschlusses zur Reduktion der Zuwanderungsquote wird die Industriellenvereinigung mit Nachdruck eine weitere Diskussion über bürokratische Begrenzungen beim Zugang zu ausländischen Fachkräften verlangen, wenn dringend benötigte Fachkräfte am inländischen Arbeitsmarkt nicht verfügbar sind". Unbedingt notwendig sei es, "Zeichen zu setzen, die Offenheit und Problemlösungsfähigkeit signalisieren". Statt dessen "laufe man Gefahr, sich international der Lächerlichkeit auszusetzen", so die Industriellenvereinigung in einer Aussendung.

Für den Produktionsstandort Österreich sei es unumgänglich, den Fachkräftebedarf jederzeit abdecken zu können. Daher müsse auch für die nötigen Qualifikationen und das nötige Ausmaß an zukünftigen Fachkräften im heimischen Bildungssystem gesorgt werden. Ohne den Zugang von SpezialistInnen aus dem Ausland werde es aber nicht gehen können. "Die Industriellenvereinigung wird bei den verantwortlichen Politikern dafür eintreten, dass für die Unternehmen und die Beschäftigten kein Nachteil aus Beschaffungsknappheiten dringend benötigter Arbeitskräfte entsteht", heißt es.
(APA)

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