Georgievski dementiert Abrücken von Friedensvertrag

10. August 2001, 18:56
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Regierungschef bestreitet Befehl zur Bombardierung von zivilen Zielen

Skopje - Der mazedonische Ministerpräsident Ljubco Georgievski hat ein Abrücken vom Friedensvertrag für Mazedonien dementiert. In einer am Freitag von seinem Büro in Skopje verbreiteten Erklärung unterstrich Georgievski, dass er am Montag wie vereinbart das Abkommen unterzeichnen werde. "Damit wird die internationale Gemeinschaft auch ein klareres Bild darüber bekommen, wer für Frieden und wer für Krieg in Mazedonien steht", hieß es in der Erklärung.

Zuvor hatte Georgievski aber eine Distanzierung von dem Friedensvertrag zwischen der slawischen und albanischen Bevölkerungsgruppe seines Landes zu erkennen gegeben. "Ich bin davon überzeugt, dass Mazedonien stark genug ist, den Kampf für seine Verteidigung zu gewinnen", hieß es in einer Aussendung des Regierungschefs. Durch das Wiederaufflammen von Kämpfen bestehen ohnehin Zweifel an der Umsetzbarkeit des am Mittwoch ausgehandelten Abkommens.

Georgievski wies außerdem Vorwürfe zurück, er habe Angriffe gegen albanische Zivilisten angeordnet. Nach der Ablösung von Generalstabschef Pande Petrovski erklärte Georgievski am Freitag, er habe keine Bombardierung albanischer Dörfer oder anderer Siedlungen verlangt. "Ich habe nur eine aktivere Rolle der Armee bei der Verteidigung des Territoriums und der Souveränität Mazedoniens gefordert", erklärte Georgievski.

In den vergangenen zwei Monaten habe sich die Armee unter Generalstabschef Petrovski "zu passiv" verhalten. kritisierte der Regierungschef. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski hatte Petrovski am Vortag abgelöst und seinen Stellvertreter Metodija Stamboliski zum Nachfolger ernannt. Grund für die Entlassung sei der Verlust von zehn Soldaten bei einem Angriff der albanischen Rebellen am Mittwoch, hieß es inoffiziell. Am Freitag wurden wieder sieben Soldaten durch eine Mine getötet. (APA/Reuters)

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