Hausmüll-Aufkommen steigt

10. August 2001, 12:18
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Trotz verbesserter getrennter Sammlung - Teure Altlastensanierung

Wien - 28,6 Millionen Tonnen Abfälle fallen derzeit pro Jahr in Österreich an, zusätzlich noch 20 Millionen Tonnen an "in der Regel unbedenklichem" Bodenaushub, so das UBA. Rund eine Million Tonnen des ersten Postens sind als "gefährliche Abfälle" einzustufen.

Die Gesamtmenge hat sich nur unwesentlich verändert, im Gegensatz zur Zusammensetzung: Bei den Müllfraktionen Papier, Kunststoffe und Biomüll hat sich die getrennte Sammlung verbessert. Der Wermutstropfen: Die sortenreine Erfassung von Altglas ist "durch die Verdrängung durch Kunststoffflaschen rückläufig", notiert der Umweltkontrollbericht.

Die Hausmüll-Menge ist innerhalb von drei Jahren um rund zwölf Prozent auf 3,1 Millionen Tonnen gestiegen. Deutlich mehr als ein Viertel (28,5 Prozent) wandern direkt und unbehandelt auf Deponien. Trotz all dem ist Österreich vergleichsweise gut dran: Laut einem Vergleich der Europäischen Umweltagentur (EEA) liegt die Alpenrepublik bei fast allen "Abfallindikatoren" im europäischen Spitzenfeld.

"Umweltbomben" Altlasten

Alte Deponie und Industriestandorte werden bisweilen zu "Umweltbomben": 186 solche "Altlasten" wurden bis Dezember 2000 registriert. Bundesweit ist laut UBA allerdings mit rund 2.500 Altlasten zu rechnen. In den nächsten 20 Jahren sind für die Sicherung und Sanierung dieser Stätten schätzungsweise 50 Milliarden Schilling nötig. Bisher wurden in Österreich für die Altlastensanierung rund zehn Milliarden Schilling aufgewendet.

Ein eminenter Umweltfaktor ist Österreichs Industrie. Gleich zwei Drittel des Wasserverbrauches gehen auf das Konto der Industrie. Bezüglich der industriellen Abwässer wird u.a. darauf hingewiesen, dass für diverse Inhaltsstoffe wie etwa AOX (= adsorbierbare organische Halogene, Anm.) und Metalle sowie deren Minderung eine geeignete Datenbasis für eine bundesweite Auswertung noch nicht verfügbar sei.

1998 waren von der Industrie rund 30 Prozent des gesamten Energieverbrauches zu verbuchen (276 PetaJoule). Etwa ein Drittel davon wird zur Herstellung von Roheisen und Stahl benötigt. Die wichtigsten industriellen Endenergieträger sind Erdgas (24,6 Prozent) und Strom (28,5 Prozent).

Fazit vom nunmehr für den Bereich Umwelt zuständigen Minister Wilhelm Molterer im Vorwort des Umweltkontrollberichtes: "In der Luftreinhaltung und im Gewässerschutz (...) haben die Fortschritte der letzten Jahre Österreich ins internationale Spitzenfeld geführt. Natürlich bedeutet das nicht, dass sich Österreich auf den Lorbeeren ausruhen kann. Im Umweltschutz warten noch viele Herausforderungen." (APA)

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