Freunde statt PC und Handy

9. August 2001, 20:09
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Studie: Kids technisch gut ausgerüstet, nutzen neue Medien aber eher wenig

Wien - Generation Y, Netgeneration, @-Generation. Die Bezeichnungen für Jugendliche von heute sind Legion - und alle mehr oder weniger unzutreffend. Das zumindest ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Market. 795 österreichische Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren wurden für die Studie interviewt. Eines der Hauptergebnisse ist, dass die Kids viel lieber mit Freunden spielen oder Sport treiben, als Computer zu spielen und im Internet zu surfen.

64 Prozent der Befragten geben "mit Freunden spielen" als Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit an. Dahinter folgen Fernsehen (55 Prozent), Musik hören (52), Fahrrad/Inlineskates fahren (48), Sport (45) und Computerspielen (34). Gänzlich unbeliebt in der Freizeit sind Kochen und Backen (sieben Prozent), Kino (zehn) und Internetsurfen/Chatten/Mailen (elf).

Besonders Letzteres ist in Anbetracht der hohen technischen Ausstattung der Kids erstaunlich: Immerhin 39 Prozent der Sechs- bis 14-Jährigen haben eine eigenes Handy, 53 Prozent haben Zugriff auf das Familienmobiltelefon. 25 Prozent der Kids telefonieren damit mehrmals täglich, 15 Prozent einmal pro Tag. Ein Drittel der Kinder hat zu Hause einen Internetzugang, knapp 20 Prozent haben in der Schule Zugriff auf PC und Internet, 15 Prozent nutzen das Web dagegen bei Freunden.

Eltern und Ehrlichkeit

Auch das erfahrungsgemäß nicht immer ganz friktionsfreie Verhältnis zwischen Eltern und Kindern findet sich in der Umfrage wieder: 35 Prozent wollen so wie ihre Erzeuger werden, 40 Prozent "eher weniger" - der letzte Wert nimmt mit dem Alter zu (bei den 13- bis 14-Jährigen sind es bereits 59 Prozent). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass nur 41 Prozent der Kids ihre Eltern als "ehrlich" einstufen, aber 70 Prozent selber ehrlich sein möchten.

Erstaunlich ist auch, welchen großen Wert die Befragten auf Gesundheit und Lebensqualität legten. 70 Prozent der Kinder wollen, wenn sie erwachsen sind, "gesund leben", 75 Prozent wollen "viel Zeit für die Familie" haben und nur 33 Prozent "viel arbeiten". Vielleicht trachten die Kids gerade deswegen nach einer Methusalemexistenz: 47 Prozent wollen älter als 91 Jahre werden.

(chr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.08.2001)

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