Ciampi-Brief an Klestil: Verhaftungen auf Grund von Warnung aus Österreich

10. August 2001, 11:20
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"Einige Aktivisten waren von den österreichischen Behörden als Personen gemeldet worden, die illegale Aktionen begehen könnten"

Rom - Der italienische Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi hat in einem Schreiben an Bundespräsident Thomas Klestil betont, dass jeglicher Beschluss über die Freilassung der österreichischen Aktivisten der ,VolxTheaterKarawane" ausschließlich von den Justizbehörden von Genua getroffen werden könne. In dem Brief, dessen Inhalt am Donnerstag veröffentlicht wurde, betonte Ciampi, dass die Justizbehörden ihren Beschluss demnächst auf den Grundlagen des italienischen Rechtssystems fällen werden, die jene eines ,modernen Rechtsstaates" konform seien, daran könne nicht gezweifelt werden. Ciampi reagierte somit auf Klestils Appell für die Freilassung der österreichischen Aktivisten.

,Wie der italienische Außenminister Renato Ruggiero anlässlich seines Besuchs in Wien hervorgehoben hatte, hat die italienische Justiz die Untersuchungshaft auf Grund ernst zu nehmender Schuldbeweise verhängt. Einige Aktivisten waren von den österreichischen Behörden als Personen gemeldet worden, die illegale Aktionen begehen könnten", schrieb Ciampi. Er fügte hinzu, dass die italienische und internationale Öffentlichkeit über die Verwüstungen und Gewalttätigkeiten während des G-8-Gipfels erschüttert sei. ,Ich selber habe den Wunsch geäußert, dass in dem Fall Klarheit geschaffen wird", so Ciampi.

Der italienische Staatschef äußerte die Hoffnung, dass die Erfahrungen mit den Gipfeln in Nizza, Göteborg und Genua ,eine intensivere und engere Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Union fördern wird, um die Wiederholung von solchen gewalttätigen Vorfällen zu vermeiden". Die Gewalttätigkeiten ,werfen einen dunklen Schatten auf die wichtigen Fortschritte, die im Dialog und in der internationalen Kooperation gemacht worden sind", schrieb Ciampi. (APA)

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