Tetovo

9. August 2001, 14:27
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Tetovo - Tetovo mit etwa 100.000 Einwohnern ist die heimliche Hauptstadt der albanischen Bevölkerung in Mazedonien. Nur etwa jeder zehnte Bürger der Stadt sei slawisch, sagen die Albaner. Das Verhältnis in der Stadt und im Umland sei vier zu eins zu Gunsten der Albaner, sagt die Regierung in Skopje. Es wohnen dort auch Türken und Roma. Die Einwohner Tetovos leben vornehmlich von Tabak-, Obst- und Gemüseanbau sowie Textil- und Bekleidungsindustrie. Die Stadt im Nordwesten des Balkanstaates ist Handelszentrum und kultureller Mittelpunkt mit einer offiziell nicht anerkannten albanischen Universität.

Zweitgrößte Stadt des Landes

Nach der Hauptstadt Skopje ist Tetovo die zweitgrößte Stadt des Landes. Dort befindet sich seit Dezember 1998 eine deutsche Nachschub-Einheit für den Kosovo-Einsatz im Rahmen der internationalen Friedenstruppe KFOR mit derzeit noch 400 Mann. Im März war eine Kaserne der deutschen Bundeswehrsoldaten von der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) beschossen worden.

Für die Bevölkerung historisch bedeutsam

Die Stadt liegt am Rande des Sar-Gebirges, wo die Türken die Burg Kale (Kala) als Bollwerk gegen die Slawen errichteten. Für die albanische Bevölkerung hat sie deshalb auch historische Bedeutung. Viele Moscheen in der Stadt im fruchtbaren und dicht bevölkerten Polog-Tal stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Nahezu zur Gänze "islamisch"

Die starke Prägung durch die jahrhundertelange osmanische Herrschaft wirkt auf dem Balkan in der Weise nach, dass konfessionelle Zugehörigkeit ein wesentliches Merkmal ethnischer Identität ist. Die Albaner Mazedoniens gehören nahezu zur Gänze dem islamischen "Lager" an, von dem sich das slawische Mehrheitsvolk bedroht fühlt.

In der Nähe von Tetovo liegt ein im 14. Jahrhundert erbautes Kloster mit Namen Lesok. Im Sar-Gebirge wird auch Ski gelaufen. Von Tetovo aus können Wintersportler mit Bergbahn und mit dem Auto den Skiort Popova Sapka erreichen. (APA/dpa)

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