Peres bestätigt "Differenzen und Streit" mit Sharon

9. August 2001, 13:22
1 Posting

Außenminister: Forderung nach Ende der Gewalt gibt Extremisten Veto-Möglichkeit

Jerusalem - Der israelische Außenminister und Vizepremier Shimon Peres hat "Differenzen und Streit" zwischen ihm und Ministerpräsident Ariel Sharon über die Palästinapolitik bestätigt. Sharons Forderung nach einem vollständigen Ende der Gewalt als Vorbedingung für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen spiele Extremisten in die Hände, deutete Peres im israelischen Rundfunk an. "Wenn wir sagen, wir werden nicht unter Beschuss verhandeln, heißt das, dass jeder Bewaffnete beschließen kann, dass es keinen Dialog gibt", sagte der Friedensnobelpreisträger.

Sharon hatte diese Forderung am Mittwoch bei seinem Türkei-Besuch bekräftigt. Der türkische Ministerpräsident Bülent Ecevit hatte sie als "unrealistisch" kritisiert. Der israelische Rundfunk zitierte einen ranghohen Mitarbeiter der Sicherheitskräfte mit den Worten, mit der Vorbedingung verzögere Israel bewusst die Aufnahme neuer Verhandlungen mit der palästinensischen Führung. Die Regierung Sharon bereite ihr Volk auf einen Krieg vor, zitierte der Rundfunkbericht den Gewährsmann. Angesprochen auf den Bericht, sagte Peres: "Offensichtlich ist die Frage, die dieser ranghohe Beamte stellt, eine sehr ernste." (APA/AP)

Share if you care.