Kritik von Caritas und Diakonie

9. August 2001, 14:06
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Hilfswerke stoßen sich an Senkung der Familienzusammenführung

Wien - Keine Freude mit der geplanten Senkung der Zuwandererquote für 2002 haben Caritas und Diakonie Österreich. "Mit der geplanten Senkung der Quote für die Familienzusammenführung werden fundamentale Menschenrechte den wirtschaftlichen Interessen geopfert", kommentiert Andrea Huber, Migrationsexpertin der Caritas Österreich, entsprechende Berichte. Michael Chalupka, Direktor der Diakonie, kritisiert, "die Regierung verweigert hartnäckig das Recht auf Einheit des Familienlebens".

"Arbeit gefunden zu haben allein ist zu wenig", meint Chalupka: "Wir brauchen Menschen, die sich in Österreich psychisch wohl fühlen und eine positive Einstellung zum Leben in diesem Land entwickeln." Dazu sei die Möglichkeit, mit dem Partner oder der Partnerin und den Kindern in einem gemeinsamen Haushalt zu leben, unabdingbar. "Menschen schwer zu belasten und dann festzustellen, dass man sie eigentlich integrieren muss, ist nicht akzeptabel", so Chalupka.

Ähnlich Huber: "Alle Familien haben ein Recht auf Familienleben, egal ob sie aus Österreich stammen oder aus dem Ausland." Die Caritas fordert daher erneut, dass die Familienzusammenführung aus der Quote herausgenommen wird, "denn kein anderes Land der EU hat eine solche Quotenregelung". Außerdem widerspreche die Senkung der Familienzusammenführungsquote dem Regierungsprogramm, wo eine Senkung erst nach dem Abbau des "Rucksacks" (derzeit rund 11.500 Anträge) angekündigt werde. (APA)

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