Drittes Opfer des Steinlawinenunglücks im Pinzgau geborgen

8. August 2001, 18:52
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"Geheime Kommandoaktion" - Leiche ins Tal geflogen

Salzburg - Jener bayerische Bergsteiger ist am Mittwoch geborgen worden, der nach dem Steinlawinenunglück vom vergangenen Freitag im Obersulzbachtal in Neukirchen am Großvenediger (Pinzgau) noch immer unter den Geröllmassen lag. Die Leiche des 47-jährigen Beamten Reinhard Wagner aus Ammerndorf wurde mit dem Hubschrauber ins Tal geflogen, teilte der Pinzgauer Katastrophenreferent Kurt Reiter mit.

Man habe sich nach einer "geheimen Kommandoaktion", in die das Bundesheer involviert war, dazu entschlossen, so Reiter. Wichtig wäre vor allem gewesen, dass es keine Aufregung um die Bergung gebe und man in Ruhe habe arbeiten können.

Unter Felsen begraben

Während die beiden anderen Opfer der Steinlawine bereits am Freitag geborgen werden konnten, lag Wagner etwa in zwei Metern Tiefe unter einem Felsen von der Größe eines Kleinlasters begraben. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat seine Leiche am Nachmittag zur Beerdigung freigegeben, teilte die Gendarmerie mit.

Eine zehnköpfige Wandergruppe - acht Männer und zwei Frauen - war unweit der Kürsingerhütte unterhalb der "türkischen Zeltstadt" von der Steinlawine überrascht worden. Die miteinander befreundeten deutschen Bergsteiger waren in den Morgenstunden des gleichen Tages gemeinsam mit mehreren Pkw aus Städten wie Erlangen, Nürnberg, Köln und Coburg angereist und hatten das Wochenende auf der Kürsingerhütte verbringen wollen.

Schwierige Bergung

Als eine äußerst schwierige Aktion bezeichnete Vizeleutnant Josef Gruber vom Militärkommando Salzburg die Bergung der Leiche des 47-jährigen Beamten Reinhard Wagner aus Ammerndorf. Das Geschiebe sei ständig nachgerutscht und man habe höllisch aufpassen müssen.

Man habe Verankerungen im Gletscher anbringen müssen. Der Verunglückte sei dann händisch geborgen worden, so Gruber. (APA)

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