Feuerwehr nennt Gleinalmtunnel "Monsterröhre ohne Fluchtweg"

7. August 2001, 16:40
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Schwere Vorwürfe des Landesfeuerwehrkommandanten

Graz - Schwere Vorwürfe erhebt der steirische Landesfeuerwehrverband im Zusammenhang mit den Sicherheitseinrichtungen im A 9-Gleinalmtunnel: Es handle sich um eine "Monsterröhre ohne Fluchts- und Angriffsweg", heißt es.

Forderung nach zweitem Rettungsweg

In der Vergangenheit seien präventive bauliche und betriebliche Maßnahmen "allzu häufig stiefmütterlich" behandelt worden. Gefordert wird generell ein zweiter Rettungsweg, wobei der Bau einer weiten Tunnelröhre die beste sicherheitstechnische Verbesserung darstelle.

Warnungen

Österreichs Feuerwehrexperten warnten schon seit mehr als 20 Jahre vor dem Bau langer, einröhriger Tunnelanlagen und bezeichneten diese Vorgehensweise zu Recht als "schweren Sündenfall der Tunnelbautechnik", so der Landesfeuerwehrverband weiter. Kritisiert wird, dass in jedem Gebäude die Fluchtwege maximal 40 Meter betragen dürften, diese aber in Tunnels kilometerlang seien. Lediglich maximale Fluchtwege von 250 Metern Länge seien "noch vertretbar". Außerdem fehlten im konkreten Fall Sprinkleranlagen und eine Betriebsfeuerwehr.

"Das Einfahren in eine Tunnelröhre im Brandfall müsste eigentlich strikt verboten werden", resümiert Landesfeuerwehrkommandant Franz Hauptmann, "im Ernstfall stehen die Feuerwehrmänner allein für sich da und sollen die Kastanien für die anderen aus dem Feuer holen".

Bessere Ausrüstung

Neben der Installation eines zweiten Rettungsweges und einer Betriebsfeuerwehr für Tunnel ab fünf Kilometer Länge fordert der Landesfeuerwehrverband eine Aufrüstung der technischen Sicherheitsmerkmale, verbesserte Kommunikationseinrichtungen, Pressluftleitungen für den Atemschutzeinsatz und eine Reihe organisatorischer Maßnahmen wie eine verbesserte Ausstattung der Portalfeuerwehren. (APA)

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