Israelischen Soldaten wird brutales Vorgehen vorgeworfen

7. August 2001, 12:34
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Angeschossenen Mann zu Tode geprügelt - Armee weist Anschuldigung zurück

Ramallah - Ein palästinensischer Arzt hat der israelischen Armee vorgeworfen, einen mutmaßlichen Extremisten im Westjordanland zunächst angeschossen und anschließend zu Tode geprügelt zu haben. Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Dienstag berichtete, hatten Soldaten den 25-jährigen Mehdi Misijed am Sonntag angeschossen.

Nach israelischer Schilderung wurde der Mann im Kopf getroffen und war auf der Stelle tot, als er dabei war, in der Nähe des Dorfes Ramin bei Tulkarem im Westjordanland auf freiem Feld eine Bombe zu legen. Palästinensische Augenzeugen sagten am Montag dagegen aus, dass vier israelische Soldaten den verletzten Mann zu ihrem Jeep gezogen und dort etwa zehn Minuten mit ihren Gewehren auf ihn eingeschlagen hätten, bis sein Schädel gebrochen sei.

Ein Armeesprecher wies diese Version zurück. Nach seiner Darstellung habe ein Militärarzt den sofortigen Tod Misijeds bestätigt. Der Verwaltungschef des Krankenhauses von Tulkarem, Ahmed Abu Baker, betonte jedoch, zwar sei Misijed angeschossen worden, doch hätten diese Verletzungen nicht zum Tode geführt. Baker warf den Israelis außerdem vor, einen palästinensischen Krankenwagen nicht zum Ort des Geschehens durchgelassen zu haben, berichtete "Haaretz". (APA/dpa)

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