Prävention und Vergeltung gegen Gefahren

8. August 2001, 12:50
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Auch die USA haben sich schon mehrmals auf ihr Selbstverteidigungsrecht berufen

Wien - Israel ist nicht der einzige Staat, der Präventivschläge gegen zu erwartende Angriffe von Terroristen zu rechtfertigen versucht. Die USA haben sich schon in mehreren Fällen auf das Selbstverteidigungsrecht berufen. Ob sie dabei konkrete Personen im Fadenkreuz hatten, ist nicht immer klar, auch wenn sich zum Beispiel bei den US-Luftangriffen gegen Libyen 1986 Muammar al-Gaddafi durchaus als Zielobjekt fühlte. Die Luftschläge galten als Vergeltung für den Anschlag auf die Berliner Discothek "La Belle". In den drei Monaten nach den Bombardierungen kam es zu einer deutlichen Zunahme von Attentaten gegen die USA.

Auch der irakische Diktator Saddam Hussein, den die USA im Golfkrieg 1991 bewusst persönlich ungeschoren ließen, sieht sich als Adressat späterer Angriffe. Aktuellste US-Zielscheibe ist der Terroristenchef Osama Bin Laden, der sich derzeit in Afghanistan versteckt hält: 1998 hatten US-Bombenflieger vermutete Stützpunkte seiner Organisation im Taliban-Staat und auch im Sudan angegriffen, weil sie Bin Laden als Kopf hinter einer Reihe von Anschlägen gegen amerikanische Einrichtungen sehen.

Eher indirekt wirkten die USA, namentlich die CIA, indem sie Putschisten unterstützten, wie zum Beispiel 1973 Augusto Pinochet gegen Salvador Allende. (jwo/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7. August 2001)

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