Medikamentenkonsum soll kontrolliert werden

6. August 2001, 13:04
posten

Pilotprojekt mit SmartCard in Australien gestartet

Adelaide - In Südaustralien ist ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem der Medikamentenkonsum von Patienten auf einer SmartCard gespeichert wird. Dabei werden nicht nur ärztlich verschriebene Medikamente erfasst, sondern auch rezeptfreie bzw. alternative. Diese Informationen können von Apotheken abgerufen werden. Durch die Aufzeichnung soll der Medikamentenkonsum kontrolliert werden und gefährliche Kombinationen von Medikamenten vermieden werden.

Das Projekt mit Namen "Winston" wird gemeinsam von der University of South Australia und dem Adelaide Women’s and Children’s Hospital betrieben und befindet sich in einer sechsmonatigen Testphase. Vorerst nehmen drei Apotheker und 30 Patienten daran teil.

Gegen Wechselwirkungen

Die Patienten geben Informationen ihren Medikamentenkonsum betreffend auf einer Webpage ein und übermitteln diese freiwillig mittels SmartCard an ihren Apotheker. Patienten würden oft nur ungern über alternative Medizin mit ihrem Arzt sprechen, erläutert Jean-Pierre Calabretto vom Adelaide Women’s and Children’s Hospital. Dabei seien diese Informationen jedoch "wirklich wichtig", um gefährliche Wechselwirkungen der Medikamente zu vermeiden. Deshalb habe man Apotheker ausgewählt.

In Zukunft ist eine Ausweitung des Systems möglich. Via Internet und SmartCard könnten etwa Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser auf die medizinischen Daten von Patienten zugreifen. Die Überwachung des Medikamentenkaufs soll verhindern, dass einerseits Medikamente zu großzügig verschrieben werden. Andererseits sollen Ärzte über die Medikamente, die bereits ihre Kollegen verschriebenen haben, informiert werden. (pte)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Symbolbild

Share if you care.