KLM und British Airways leiden unter Konjunkturflaute

6. August 2001, 15:23
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BA halbiert Ergebnis - KLM will 400 bis 500 Stellen abbauen

London/Amsterdam - Die Fluggesellschaften British Airways (BA) und die niederländische KLM haben die weltweite Konjunkturflaute zu spüren bekommen, was bei KLM wohl zur Streichung von mehreren Hundert Arbeitsplätzen führen wird. Das operative Ergebnis von BA habe sich auf Grund der allgemeinen schwachen Wirtschaftslage im ersten Quartal 2001/2002 halbiert, teilte die Gesellschaft am Montag in London mit.

Stellenstreichungen

Aus dem selben Grund will KLM nach eigenen Angaben mit Beginn des Winterflugplans die Kapazitäten um drei Prozent kürzen, was zu einer Reduzierung von 400 bis 500 Stellen führen werde. Nach einem Zeitungsbericht vom Wochenende will sich BA mit zehn bis 15 Prozent bei KLM beteiligen. Die Aktienkurse beider Gesellschaften zogen an den Börsen in London und Amsterdam bis zum frühen Nachmittag an.

Wie British Airways weiter mitteilte, ging das operative Ergebnis im ersten Quartal auf 50 Mill. Pfund (80,8 Mill. Euro/1,111 Mrd. S) von 97 Mill. Pfund im Vorjahreszeitraum zurück und lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Der Umsatz sei um 0,6 Prozent auf 2,3 Mrd. Pfund gefallen, bei einem Anstieg der Kosten um 7,8 Prozent wegen höherer Treibstoffpreise, Lohnerhöhungen, ungünstiger Wechselkurse und Kapazitätsreduzierungen.

Schwieriges Marktumfeld

Für das kommende Halbjahr geht British Airways von einem weiter schwierigen Marktumfeld aus. "Die wahre Herausforderung kommt in den Wintermonaten", sagte BA-Chef Rod Eddington. Der Sitzladefaktor, also die Auslastung der Passagiermaschinen, der Sommersaison werde hoch sein. Die Wintermonate würden jedoch schwieriger, je nach Wirtschaftsentwicklung auf den Hauptmärkten. Es sei aber noch zu früh, um etwas konkretes über den Verlauf der Wintersaison zu sagen, fügte Eddington hinzu.

Fonds-Managerin Amanda Forsyth von Standard Life Investments, die mit drei Prozent an BA beteiligt sind, sagte, dass der restliche Verlauf des Jahres für BA schwierig sein werde, da die Linie den größten Teil der Erträge im Sommer erzielen würde. BA hatte auf die seit sechs Monaten anhaltende Auslastungsverringerung unter anderem mit Kostenreduzierungen reagiert. "Viel hängt jetzt von der Allianz mit American Airlines ab", sagte Forsyth. (APA/Reuters)

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