UNO bedauert "Fehler" nach Entführung israelischer Soldaten

4. August 2001, 22:50
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Aufklärung erschwert

New York - Zehn Monate nach der Entführung von drei israelischen Soldaten durch libanesische Hisbollah-Kämpfer haben die Vereinten Nationen "schwere Fehler" eingeräumt. Dadurch seien wichtige Informationen nicht an Israel weitergegeben worden, die für die Aufklärung des Falles nützlich gewesen wären, erklärte der Sprecher von UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Freitag in New York. Man bedaure die Fehler, die im Zusammenhang mit UNO-Videoaufnahmen von Beweismaterial gemacht wurden.

Zugleich bestritten die Vereinten Nationen jedoch, dass auf den Videos die Entführung der Israelis am 7. Oktober zu sehen sei. Allerdings hätten "hochrangige UNO-Vertreter vor Ort und im Hauptquartier bedeutende sensitive Informationen für sich behalten", sagte Untergeneralsekretär Joseph Connor. Er war von Annan mit der Untersuchung des Verhaltens der indischen UNO-Kommandanten im Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel beauftragt worden.

Connor deckte unter anderem auf, dass es ein zweites Video gibt, dessen Existenz zunächst verschwiegen worden war. Trotz aller Fehler habe die UNO aber Israel nicht bewusst in die Irre geführt, sagte er. Die drei israelischen Soldaten waren vor einem israelischen Grenztor entführt worden, dass sich 400 Meter von einem Stützpunkt der UNO-Truppen in Libanon (UNIFIL) befindet. (APA/dpa)

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