Greenpeace Aktion gegen "Du darfst"-Puten aus Massenhaltung

6. August 2001, 12:10
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Gegen Antibiotika-Einsatz bei zweitgrößtem Putenmäster Deutschlands

Hannover - Der Nahrungsmittelkonzern Unilever bezieht nach Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace für seine deutschen Diät-Produkte "Du darfst" Putenfleisch aus einer Massentierhaltung bei Garrel in Niedersachsen.

Bei einer Aktion von 20 Aktivisten vor der Putenmastfabrik Heidemark bei Garrel teilte deutsche Greenpeace-Landwirtschaftssprecherin Stephanie Töwe mit, durch einen Informanten habe die Organisation erfahren, dass sich die Tiere in einem schlechten gesundheitlichen Zustand befinden.

Um den Ausbruch von Krankheiten in der engen Haltung zu verhindern, erhielten die Puten Antibiotika und andere Medikamente vorbeugend mit dem Trinkwasser verabreicht. In drei Gebäuden der Mästerei werden laut Töwe rund 20.000 Puten gehalten. Greenpeace werde über einen Anwalt Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz stellen, kündigte sie an. Von Unilever war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Umweltschützer wollen nach ihren Angaben in den nächsten Monaten gezielt gegen eine Landwirtschaft und eine Nahrungsmittelproduktion demonstrieren, die Umwelt, Tier und Mensch schädigen. "Wir wollen, dass Unilever seine Produkte ohne Fleisch aus Massentierhaltung herstellt", sagte Töwe. Der "Du darfst"-Lieferant Heidemark ist laut Greenpeace mit über 100 Mastanlagen der zweitgrößte Putenmäster in Deutschland. (APA)

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