Dritter Ebergassing-Verdächtiger möglicherweise bald frei

3. August 2001, 16:03
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Wiener Staatsanwalt beantragte Aufhebung der Auslieferungshaft in Mexiko

Wien - Der als "Dritte Mann" des Sprengstoffanschlags von Ebergassing verdächtigte Bassam A. könnte bald freigelassen werden. Wie die Staatsanwaltschaft Wien Donnerstagnachmittag der Tageszeitung "Kurier" vom Freitag bestätigte, hat der mit der Causa befasste Ankläger, Hans-Christian Leiningen-Westerburg, den Antrag auf Aufhebung der Auslieferungshaft in Mexiko gestellt. Der entsprechende Akt ist an das Justizministerium geschickt worden.

Entscheidung liegt bei Oberstaatsanwaltschaft

Die Entscheidung liegt nun bei der Oberstaatsanwaltschaft. Eine Einstellung des Verfahrens bedeutet dies jedoch nicht.

Bassam A., 36, ist von den Ermittlern verdächtigt worden, am 11. April 1995 an der Sprengung des Strommasts bei Ebergassing (Niederösterreich) und weiteren fünf Anschlägen beteiligt gewesen zu sein (siehe Chronologie).

"Das läuft weiter"

In Mexiko haben ihn Leiningen-Westerburg und Untersuchungsrichterin Christiana Moser mittlerweile besucht. Wie sie feststellen mussten, wäre die Auslieferung in die Heimat so gut wie unmöglich gewesen. Wie der Leiter der Wiener Anklagebehörde, Erich Wetzer, betonte, käme der nun gestellte Antrag aber keiner Einstellung des Verfahrens gleich: "Das läuft weiter". (APA)

CHRONOLOGIE
11. 4. 1995: Gregor Thaler und Peter Konicek kommen beim Versuch, einen Strommast in Ebergassing zu sprengen, ums Leben.
3. 5. 1995: FPÖ-Klubchef Ewald Stadler nennt Bassam A. als mutmaßlichen dritten Täter.
19. 7. 1995: Gegen A. wird ein internationaler Haftbefehl ausgestellt.
18. 10. 1995: Anwalt Karl Bernhauser stellt für A. einen Antrag auf "freies Geleit". Das Justizministerium lehnt ab.
11. 1. 1999: A. kommt auf die Interpol-Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher
30. 10. 2000: Ein dritter Antrag auf "freies Geleit" wird negativ beschieden.
12. 4. 2001: Bassam A. wird in Mexiko verhaftet. (DER STANDARD, Print-Ausgabe)
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