Arafat in Rom: "Ich biete Waffenruhe an"

2. August 2001, 17:23
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Palästinenserpräsident fordert internationale Beobachter

Rom - Palästinenserpräsident Yasser Arafat ist zu politischen Gesprächen mit dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi in Rom zusammengetroffen. "Ich bitte Italien, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Entsendung von internationalen Beobachtern zu beschleunigen", sagte Arafat in einem Interview der italienischen Zeitung "La Stampa".

Zum Abschluss seines Kurzbesuches ist ein Treffen mit Papst Johannes Paul II. vorgesehen. Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi forderte Arafat zu einem "starken und öffentlichen Appell gegen die Gewalt" auf.

Er vertraue auf den neuen Ministerpräsidenten - "mein Freund Berlusconi", sagte Arafat. Auch sei er stolz auf die besonderen Beziehungen zum katholischen Kirchenoberhaupt. "Der Papst hat immer klar Position bezogen für das Recht aller Völker."

Arafat sprach angesichts des "Massakers von Nablus" von einer Tragödie mit möglicherweise internationalen Auswirkungen. "Wir stehen vor einer schwer wiegenden Eskalation der Gewalt." Deshalb appelliere er an die Internationale Gemeinschaft, dieser zunehmenden Gewalt gegen das palästinensische Volk Einhalt zu gebieten.

"Ich biete Waffenruhe an"

Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat in Rom ein sofortiges Ende der Gewalt im Nahen Osten gefordert. "Ich biete und fordere eine sofortige Waffenruhe", sagte er am Donnerstag zum Abschluss eines Kurzbesuches in Italien. "Von Rom aus fordere ich das Ende jeglicher Gewalt und die sofortige Entsendung internationaler Beobachter." Er setze sich für den Friedensprozess, für die Einhaltung aller Verträge und Abkommen ein. "Der Frieden ist unsere strategische Wahl. Wir müssen ihn unseren Kindern und Kindeskindern garantieren." (APA/dpa)

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