Aufregung nach Spektakel zwischen Austria und Ried

3. August 2001, 11:54
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Goalie Knaller zeigt sich vergesslich, Angerschmied ein wenig verwirrt

Wien - Austria Wien und der SV Ried lieferten einander in der fünften Runde der max.Bundesliga einen offenen Schlagabtausch, wie man ihn in der Arena am Verteilerkreis schon lange nicht mehr erlebt hat. 2:0,2:2,2:3,3:3 - allein die Torfolge zeugt von Dramatik, die im Finish auch noch durch Hektik und Emotionen zusätzlich angeheizt wurde. Beim Stand von 2:2 sah zunächst Austria-Keeper Knaller nach einer Attacke an Angerschmied "Rot" und nach dem 2:3 folgte ihm Dospel wegen eines Fouls an Forster mit der gelb-roten Karte vorzeitig in die Kabine.

Knaller, der aufgrund seiner Sperre für zwei Spiele Franz Wohlfahrt zum Comeback verhalf, hatte den am Boden liegenden Rieder, der einen Elfer reklamierte hatte, zur Rede gestellt. Angerschmid schlug seinem "Kontrahenten" gegen das Bein, der Keeper revanchierte sich mit Griff gegen den Kopf, worauf der Rieder theatralisch zu Boden ging. Der Assistent signalisierte den Vorfall sofort Referee Bernhard Brugger. "Er sagte mir, das Knaller mit gestrecktem Arm Angerschmid ins Gesicht geschlagen hat", so Brugger, der wegen Tätlichkeit Rot zückte und, weil der Ball noch im Spiel war, auf Elfmeter für die Gäste.

Vergesslicher Knaller und verwirrter Angerschmied

"Es war eine schauspielerische Glanzleistung von Angerschmid, ich habe ihn nicht geschlagen, sondern an den Kopf gegriffen und ihn weggestoßen", meinte Knaller, der beteuerte, während 20 Jahren noch nie ausgeschlossen worden zu sein. Allerdings hat er offenbar vergessen, dass er im August 1998 gegen Austria Lustenau schon nach 13 Minuten ausgeschlossen worden war. Angerschmid erzählte die Szene so: "Knaller hat mich wüst beschimpft und mir dann an die Brust geschlagen". Eigenartig war nur, dass der Rieder, wie das Fernsehen deutlich zeigte, sich nach dem Zwischenfall mit beiden Händen nicht an die Brust, sondern ins Gesicht gegriffen hatte.

Entschuldigung gab es aber dafür so oder so keine. "Das darf nicht passieren. Aber wir alle sind Menschen und keine Roboter. Wenn es nicht so läuft, dann kommen eben Emotionen auf", sagte dazu Arie Haan, dessen Mannen nun schon elf Spiele in Serie ohne Sieg sind. "Wichtig war aber, dass die Mannschaft unglaubliches Herz und Charakter gezeigt hat. Man sieht, dass die mitzieht. Wunderbar war, wie wir mit acht Mann dominiert haben und noch den Ausgleich erzielt haben", meinte der Austria-Trainer, der von gutem, ansehnlichen und spektakulären Fußball sprach.

Ried-Coach lobt Austria

Ried-Trainer Tartar war voll des Lobes für den Kontrahenten. Dass die Austria im Finish zurück gekommen sei, zeige, dass der Kern der Mannschaft in Ordnung ist. "Sie hat noch eine rosige Zukunft vor sich und ist viel besser als in den Medien dargestellt wird", so Tatar, der froh war, dass seiner Elf nach dem 0:2 schnell des 1:2 gelungen war. "Sonst wären wir mit einer Packung heim gefahren." (APA)

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