Außenministerin: Alles getan?

1. August 2001, 10:35
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Offizieller Text des Außenministeriums:

"In der Nacht vom 25. auf den 26. Juli konnte Botschafter Kloss . . . auch die männlichen Gefangenen besuchen. Ihr Zustand war nicht besorgniserregend, allerdings machten sie Übergriffe durch die italienischen Behörden anlässlich der Unterbringung in einem Polizeigefängnis in Genua in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli geltend." Schlafentzug, Tritte in die Hoden, Wasserverweigerung usw. Das musste Außenministerin Ferrero spätestens am 26. Juli gewusst haben. Aber sie strahlte am 27. in Wien den italienischen Außenminister Ruggiero an, stellte die inhaftierten Österreicher aufgrund von dubiosen "polizeilichen Vormerkungen" als Mitglieder einer gewaltbereiten Szene dar. Inzwischen sind die Briten und Deutschen, die unter genau den gleichen (vagen) Anschuldigungen verhaftet wurden, wieder draußen. Weil ihre Regierungen massiv Druck gemacht haben. Frau Ferrero habe "alles getan", sagt VP-Klubobmann Khol. Anscheinend doch nicht, denn jetzt - nachdem der grüne Europaabgeordnete Voggenhuber Krach schlägt - interveniert sie doch noch einmal bei Ruggiero. Damit Österreich in Europa nicht so als der Hilfspolizist Berlusconis dasteht. (DerStandard,Print-Ausgabe,1.8.2001)

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