Die romantische Bodenwies

    28. Juli 2001, 12:18
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    Unter den Bergen, die das untere Ennstal säumen, gibt es viele Kleinode, deren Besteigung immer wieder zum Erlebnis wird.

    Zu ihnen gehört die Bodenwies bei Kleinreifling, die in der alpinen Literatur höchst selten aufscheint, bei den Heimischen allerdings sehr beliebt ist. Das wundert einen nicht, denn vom höchsten Punkt des Berges genießt man eine besonders schöne Aussicht, die etwa Stumpfmauer, Gamsstein, einen Teil der Gesäuseberge, einen Teil des Hochschwabs, die Hallermauern, ein Stück Totes Gebirge, Sengsengebirge, Reichraminger Hintergebirge und den Almkogel direkt über der Enns umfasst. Bereits das letzte Stück zum Gipfel, welches über einen Kamm führt, bietet eine beeindruckende Aussicht. Einmalig und in einer Fülle, die man nicht sehr oft sieht, präsentiert sich die Pflanzenwelt mit zum Teil sehr seltenen Arten bis in den Herbst hinein.

    Im Frühjahr ist es natürlich besonders prächtig, da wandelt man über einen bunten Teppich aus Blumen. Hat man besonderes Glück und verhält sich ruhig, bekommt man sogar den scheuen Auerhahn zu Gesicht. Zwar gehört die Bodenwies nicht mehr zum Nationalpark Kalkalpen, im Gipfelbereich trifft man eine naturbelassene Landschaft an. Im unteren Bereich allerdings muss man mit nicht gerade romantischen Forststraßen Vorlieb nehmen. Trotzdem: Die Bodenwies ist einen Ausflug wert. Die Runde bietet keine Schwierigkeiten, trotz der Felsen gibt es keine ausgesetzte Stelle. Ein Teil des Anstiegs und der erste Abschnitt des Abstiegs sind steil, sonst sehr gemütlich.

    Die Route: Man fährt mit dem Auto von Kleinreifling im Ennstal auf guter Straße bis zur Viehtaler Alm mit Gasthaus und steigt dann vom Parkplatz auf der roten Markierung über eine Wiese auf. Dann folgt man einer Forststraße nach rechts. Später verläuft die markierte Route neben einer Forststraße und führt dann steil zum Kamm hinauf. Diesem folgt man nach links bis zum höchsten Punkt.

    Gehzeit ab Viehtaler Alm 2 1/2 bis 2 3/4 Stunden. Der Abstieg erfolgt über den nach Süden abfallenden Kamm, wobei man manchmal in die Flanke ausweicht. Ab dem Sandgatterl wird es gemütlich. Man erreicht die Menauer Alm und hält sich rechts, um die Schüttbauernalm zu erreichen. Ab Gipfel 1 1/4 Stunden. Unmarkiert auf einem Forstweg zu einer Forststraße, die wieder zur roten Markierung führt. Man gelangt zur Anstiegsroute und kehrt auf dieser zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Schüttbauernalm 1 1/2 Stunden.
    Gesamtgehzeit 5 bis 5 1/4 Stunden, Höhendifferenz rund 700 m Gasthaus auf der Schüttbauernalm in der Saison durchgehend offen, dann bis Allerheiligen Wochenendbewirtschaftung
    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 69 (Großraming), 70 (Waidhofen/Ybbs) und 99 (Rottenmann).

    Von Bernd Orfer
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