B wie Break

6. November 2001, 19:46
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"Get On A Good Foot" - Akrobatische Körperverrenkungen zu rollenden Breakbeats. derStandard.at traf B-Boy Niels Robitzky bei der HipHop-Konferenz bei ImPuls Tanz

Rollende Breakbeats, ein Kreis: Junge B-Boys versuchen sich mit akrobatischen Körperverrenkungen – passend zu den Beats - gegenseitig zu überbieten. Top Rock, Up Rock, Foot Work, Handspins, Swipes, Windmills... Techniken gibt es viele. Um bei B-Boy Battles als Star anerkannt zu werden, braucht es aber mehr. "Um sich im HipHop einen eigenen Namen zu machen muss man auch eigene Sachen entwickeln. Bewegungen machen, die am besten zum eigenen Körper passen. Denn was sich gut anfühlt, kann auch nicht schlecht aussehen", erklärt einer der bedeutendsten europäischen B-Boys, Niels Robitzky. Aufgrund seiner guten Swipes (ein spezieller Move) bekam er in der Szene den Namen Swipemaster, den er auf Swipe verkürzte. Später gaben ihm seine amerikanischen Freunde, die von Robitzkys Techniken und körperlichem Einsatz bei den Battles beeindruckt waren, den Namen Storm.

Niels Robitzky im Video-Interview

Click und Clip

Bei der HipHop-Konferenz im Rahmen von ImPuls Tanz vermittelte Robitzky Schülern die Grundtechniken und Hintergründe des B-Boying. "Es fing alles mit James Brown an, mit dem Song "Get On A Good Foot". Dazu ist an der Ostküste ein Tanz entstanden. Daraus hat sich dann der Top Rock entwickelt. Aus dem Top-Rock hat sich der Up-Rock entwickelt ...", so Storm über die Ursprünge des Tanzes.

Robitzky selbst wurde 1983 mit dem Tanzvirus infiziert. Begann internationale Kontakte zu knüpfen, und hielt die B-Boy Szene nach dem Abflauen des Hypes 1987 am Leben zu halten. 1989 beschloss Robitzky mit seinem Partner Swift professionell zu tanzen. "Wir konnten sowieso nichts anderes. Hatten eine mäßige bis schlechte Schulbildung." - Reiste mit seiner Gruppe Battle Squad um die Welt. Mit Leuten wie Kwikstep gründete er die Agentur Full Circle. 1993 moderierte er auf VIVA die HipHop-Sendung "Freestyle".

"Solo for Two"

Click und Clip

1995 musste er nach einer Halsverletzung seine Tanz-Technik umstellen. Mit seiner Frau gründete er 1996 die Compagnie "The Storm&Jazzy Projekt". Für Robitzky ist B-Boying schon immer ein Tanz gewesen. Nicht einfach nur eine Jugendkultur, sondern Bestandteil der Kultur und Spiegel der Zeit. Heute ist Robitzky hauptsächlich als Tänzer und Choreograf im Theater tätig und entschied sich auf sich selbst zu konzentrieren. In seiner Arbeit "Solo For Two" erzählt er - mit Unterstützung einer Videoleinwand - in tänzerischer Art von den "Ups and Downs" des Lebens.

(d_an - 27.7.2001)

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Webtipps: breakdance.com
B-Boy Lexikon

Das Buch "Von Swipe zu Storm - Breakdance in Deutschland" erschien 2000 bei Backspin.

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