Legionärskrankheit: Bakterien in vier Kühltürmen entdeckt

12. Juli 2001, 09:07
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86 Menschen im Südosten Spaniens infiziert

Murcia - Die Gesundheitsbehörden im südspanischen Murcia haben vier Kühltürme als Brutstätte für die Legionärskrankheit ausgemacht. Das Wasser in den Türmen durchläuft die Kühlsysteme mehrerer Hochhäuser im Zentrum der Stadt. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Infektionsherde gefunden würden, teilte das regionale Gesundheitsministerium am Mittwoch mit.

Ausbruch vermutlich durch Klimaanlagen

Der Ausbruch der Legionärskrankheit vermutete man möglicherweise auf vier Klimaanlagen in der Innenstadt von Murcia. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörden, Francisco Marques, erklärte am Dienstag, chemische Analysen der Anlagen seien positiv ausgefallen. Darunter sei auch eine Klimaanlage in einem der größten Kaufhäuser der Stadt. Am Dienstag wurden 15 neue Fälle diagnostiziert der Legionärskrankheit, womit die Zahl der Erkrankten auf 86 stieg.

Marques sagte, die vier betroffenen Gebäude würden sofort mit Chlor desinfiziert, um die Bakterien abzutöten. Die Behörden vermuten, dass alle Opfer in zwei Stadtteilen von Murcia leben oder arbeiten und sich dort infiziert haben. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um ältere Menschen, der jüngste Erkrankte ist 19 Jahre alt. Sieben von ihnen befinden sich nach Angaben eines Gesundheitsbeauftragen der Region Murcia in ernstem Zustand.

Bakterien vermehren sich rasch in lauwarmen Wasser

In Murcia wurde die Legionärskrankheit bisher bei 253 Menschen entdeckt, rund 200 liegen im Krankenhaus. 86 Patienten leiden an einer Lungenentzündung. Ein 65-Jähriger war bereits an einer Lungenentzündung gestorben.

Die Legionärskrankheit wird ausgelöst durch Stäbchenbakterien, die sich in lauwarmem Wasser oder in Klima-Anlagen rasch vermehren. Die Symptome sind hohes Fieber sowie heftiger Husten bis hin zur Lungenentzündung. Besonders bei geschwächten Patienten kann die Krankheit tödlich enden. Sie wurde 1976 bei einem Treffen von US- Kriegsveteranen in Philadelphia entdeckt. (APA/AP)

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